24. August 2018, 11:00 Uhr

Senioren

Schnelle Hilfe für Senioren

DRK und Awo haben eine einmalige Kooperation begonnen: In einem Zentrum neben dem Pflegeheim bekommen Patienten innerhalb von 48 Stunden Krankengymnastik, Logo- oder Ergotherapie.
24. August 2018, 11:00 Uhr
Helga Größer übt mit Till Hufnagel. Die Bewohnerin des Albert-Osswald-Hauses profitiert vom DRK-Therapiezentrum. (Foto: Schepp)

Bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall ist sofortige Hilfe überlebenswichtig. Doch auch nach der medizinischen Versorgung im Krankenhaus ist Eile geboten: Je schneller eine Anschlussbehandlung beginnt, desto besser. Nach diesem Konzept arbeitet man im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung schon seit Jahren sehr erfolgreich.

Nach einer OP oder einer schweren Erkrankung haben die Patienten die Möglichkeit, noch drei Wochen auf der Geriatriestation zu bleiben. Dort werden sie von einem interdisziplinären Team fit gemacht für das Leben zu Hause. Auch eine ambulante Nachversorgung ist möglich.

Einen ähnlichen Weg gehen nun DRK (Kreisverband Marburg-Gießen) und AWO Gießen. In der vergangenen Woche hat neben dem Albert-Osswald-Haus im Tannenweg ein Therapiezentrum eröffnet, in dem die Bewohner des Seniorenheims und externe Patienten direkt im Anschluss an die ärztliche Verordnung behandelt werden können. Bisher war in dem Gebäude der Mobile Dienst der AWO untergebracht, dieser ist auf dem Gelände in ein anderes Gebäude gezogen. Patienten, die noch keinen Platz in einer Reha-Einrichtung bekommen haben oder deren Gesundheitszustand eine Reha nicht zulässt, können nun innerhalb von 48 Stunden behandelt werden.

Wir sind stolz, dass wir diese nahtlose Versorgung bieten können

Jens Dapper, AWO

Der erste Kontakt findet im Pflegeheim statt, die weiteren Termine nimmt der Patient im Therapiezentrum wahr, das über einen modernen Gerätepark sowie über ein kompetentes Team verfügt. »Wir sind stolz, dass wir unseren Bewohnern eine nahtlose Versorgung anbieten können«, sagt AWO-Geschäftsführer Jens Dapper. DRK-Vorstand Christian Betz hebt die Interdisziplinarität des neuen Angebots hervor: »Bei uns gibt es alles unter einem Dach, wir wollen nicht, dass neurologisch schwer eingeschränkte Patienten zu drei verschiedenen Therapeuten gehen müssen«, nennt er ein Beispiel. Zudem werde dem Postulat »ambulant vor stationär« Rechnung getragen. Ende September wird das Zentrum offiziell eingeweiht.

Auch bisher kamen bereits Physiotherapeuten ins Albert.Osswald-Haus, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern – Bewohner und Angehörige können einen Dienst ihrer Wahl beauftragen. Durch die Kooperation mit dem DRK können jedoch längere Wartezeiten, die durch die starke Auslastung der Praxen gegeben ist, vermieden werden.

Von der entstehenden Verzahnung mit der aktivierenden Pflege im Seniorenzentrum verspricht man sich zum einen eine enge Abstimmung der Maßnahmen und zum anderen eine Unterstützung der Pflegekräfte. Die Mitarbeiter werden auch selbst von dem Therapiezentrum profitieren, denn es soll perspektivisch Angebote für Mitarbeiter analog einer betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Derzeit werden Optionen einer modularen Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse geprüft. Da Pflegekräfte in ihrem Alltag auch körperlich stark beansprucht werden, sieht Dapper in der Möglichkeit zu sportlicher Betätigung und Kräftigung eine große Bereicherung.

Zusatzinfo

Kooperation von DRK und AWO

Das DRK-Therapiezentrum am Philosophenwald (Tannenweg 41) bietet Physiotherapie, Ergotherapie, Logotherapie und Gerätetherapie unter einem Dach an. Es gibt eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt, aber dennoch steht die Praxis nicht nur Bewohnern, sondern allen interessierten Patienten zur Verfügung. www.drk-therapiezentrum.de. Tel. 0641/40006-750.

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