16. Dezember 2018, 19:32 Uhr

Schwung und Poesie

16. Dezember 2018, 19:32 Uhr
In der Bonifatiuskirche zeigen junge Musikerinnen und Musiker der Liebigschule ihr Können. (Foto: bf)

Eine Maus hätte schon noch in die Bonifatiuskirche gepasst, Plätze gab es beim Weihnachtskonzert der Liebigschule am Freitagabend jedoch keine mehr. Die kleinen und die jugendlichen Akteure hinterließen unter kundiger Anleitung einen hervorragenden Eindruck und heimsten jede Menge wohlverdienten Beifall ein, die Stimmung war großartig.

Der Auftakt mit den Blechbläsern des Orchesters (Leitung Michael Zarniko) auf der Orgelempore mit Daniel Speers Sonata für fünf Stimmen klappte wunderbar. Geschlossen und mit schönem Schwung musiziert und mit gut differenzierter Dynamik schuf man einen warmen, attraktiven Klang und nutzte wirkungsvoll die Architektur.

Das nächste Glanzlicht erstrahlte mit dem Vororchester unter Leitung Sabine Schuppes. Die ganz jungen und hochmotivierten Musikanten agierten mit herausragender Geschlossenheit und erzeugten mit der Ouvertüre von Händels »Feuerwerksmusik« eine Top-Stimmung.

Auch Violinsolistin Lakshmi Rogalla und Mitglieder des Vororchesters unter Leitung Jörg M. Abel legten mit Haydns Konzert G-Dur für Violine und Orchester (1. Satz) eine sehr gute Arbeit vor. Rogalla bewies herausragende Ausdrucksfähigkeit und wohltuende Sicherheit, das Ensemble floss sicher mit; sehr guter Abschluss und riesiger Beifall. Es lag ein Segen auf diesem Abend, hatte man jetzt schon den Eindruck.

Auch Michael Zarniko hatte mit dem Vororchester und den Menuetten 1 und 2 aus der Feuerwerksmusik rundum Erfolg: schön geschlossen – das Schwierigste, zumal im gigantischen Kirchenhall –, mit markanten Tutti und gut heraushörbaren Gruppen: ein großer Orchesterklang.

Nach Größe folgte Zartheit: Thomas Bernsdorffs (Musikschule Gießen) Gitarren-Spielkreis präsentierte ein filigran klingendes, heiteres Medley aus Weihnachtsliedern: geschlossen, sauber und rund.

Auch die Chormusik kam zu ihrem Recht. Jörg M. Abel leitete den Chor der Klassen 5 (die sensible Klavierbegleitung übernahm Florian Ilge), die Einstudierung hatte der erkrankte Peter Schmitt besorgt. Der hatte wie üblich ganze Arbeit geleistet. Man hörte sehr gute Klarheit der Aussprache und Transparenz der Gruppen und konnte einige Gags genießen. In »Rudolph the red-nosed reindeer« etwa würzten choreografische Elemente den Vortrag, es gab gepfiffene Parts und eine sehr gute Dynamik. Abel geriet hier noch stärker in Schwung als bisher.

Weitere Solistenleistungen waren zu genießen. Sopranistin Anna Sidorenko agierte ihre Parts im Spiritual Medley für Sopransolo, dreistimmigen Chor und Instrumente, arrangiert von Abel, sehr gut mit den Instrumentalisten und zeigte stimmlich ein schöne Klarheit und tiefe Dimension.

Auch Hannah Haborg (Flöte) musizierte mit dem sicher agierenden Kammerorchester unter Leitung Schuppes den diffizilen 1. Satz aus Vivaldis Konzert in c-Moll sicher und mit poetischem Schwung. Sie erhielten besonders langen Applaus.

Herausragend spielte auch Josua Velten seine Interpretation von Jehan Alains »Deuxieme Fantaisie« für Orgel. Er realisierte die ungewöhnliche und anspruchsvolle Komposition sicher und erstaunlich ausdrucksvoll.

Mit sehr guter Verständlichkeit und als Klangkörper überzeugend musizierte der Chor der Klassen 7 und 8 (Leitung Florian Ilge); Glanzlicht war »Seht, am Himmel«, das deutlich herausragte.

Die Blechbläser übernahmen das Finale in strahlendem Klang mit »Macht hoch die Tür«. Das war auch mit dem Gesamtorchester stimmungs- und ausdrucksvoll musiziert und füllte das gewaltige Haus selbstbewusst mit weihnachtlicher Stimmung, die Gemeinde sang frohgemut mit.

Ein insgesamt bemerkenswertes Konzert.

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