28. August 2018, 21:49 Uhr

Schlitzer Theaternächte

Sherwood Forest an den Eisteichen

28. August 2018, 21:49 Uhr

Schlitz (pm). Sie sind eine feste Größe in der kulturellen Landschaft der Region: Die Schlitzer Theaternächte haben in der Vergangenheit mit den verschiedensten Inszenierungen bekannter Theaterstücke an den unterschiedlichsten Orten für Aufsehen gesorgt. Auch in diesem Jahr bieten sie ihrem Publikum eine ganz außerordentliche Darbietung: »Robin Hood«, die ewige Geschichte von Recht und Gerechtigkeit, von Gut gegen Böse, haben die 18 Schauspieler der evangelischen Kirchengemeinde Schlitz unter der Leitung von Regisseurin Käthe Wildner erarbeitet und einstudiert.

Sie haben dabei ganz eigene Akzente gesetzt und dem Stück so zu einer neuen Dimension verholfen. Die Schauspieltruppe – fast allesamt Wiederholungstäter aus den vorhergehenden Inszenierungen – hat an einem intensiven Wochenende im vergangenen Herbst ihre Schwerpunkte gesucht, ihr eigenes Stück von Robin Hood geschrieben. Es gibt demnach durchaus ein Wiedersehen mit den alten Bekannten aus zahlreichen Verfilmungen wie Bruder Tuck, Lady Marian und Little John.

Aber es werden differenzierte Probleme geschildert, Konflikte in ein facettenreiches Licht gerückt. Mann und Frau, Burg und Wald, Gefühl und Ratio, Helligkeit und Dunkelheit. Bezeichnend dafür sind auch die Rollen von Robin Hood und dem Sheriff von Nottingham. Sie stehen sich nicht nur als Gegner gegenüber, sondern aus als Brüder. »Was ist gerecht?« – Diese Frage stellt sich das spielfreudige 18-köpfige Ensemble angesichts von im Wald wildernden Gesetzlosen und eines Herrschers auf der Burg, der das Gesetz auf seiner Seite hat. Doch wer von ihnen ist im Recht? Wem wird Gerechtigkeit verweigert und wer bestimmt eigentlich, was Gerechtigkeit ist?

Trommelklänge im Halbdunkel

»Das Thema Gerechtigkeit ist ein unendliches, das sich auch in unserer Zeit drängend stellt«, erläutert Pfarrer Johannes Wildner die Themenauswahl. Die Theaterarbeit ist inzwischen zu einem festen Bestandteil seiner Kirchengemeinde geworden. Er setzt die Thematisierung solcher und anderer Fragen durchaus mit dem Verkündigungsauftrag der Kirche in Beziehung. Käthe Wildner, die die Schlitzer Theaternächte mit ins Leben gerufen hat, ist inzwischen ausgebildete Theater- und Spielpädagogin der Landeskirche. Gemeinsam mit der Tanzpädagogin Annika Keidel leitet sie die Proben und Aufführungen.

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen gibt es ein weiteres bestimmendes Moment der Schlitzer Theaterarbeit – die Inszenierung ihres Heimatortes. Jedes Stück spielte bisher an einem anderen Ort in der Fachwerk- und Burgenstadt. So verleiht jede Aufführung einem Platz in der Stadt eine besondere zusätzliche Facette und schenkt den Bewohnerinnen und Bewohnern einen neuen Blick auf ihre Heimatstadt.

Die Inszenierung an den Eisteichen vor dem Burgenring zeugt von einer sehr gelungenen Auswahl: Steinerne alte Mauern, dichter grüner Baumbestand und das fließende Gewässer werden Teil zur Aussage des Stücks und natürlich zur Kulisse. Diese ist ansonsten sparsam ausgestattet, leicht umzubauen, dezent im Hintergrund.

Die Kostüme erinnern optisch an die Vorstellung, die das Publikum von Robin Hood und seinen Mitstreitern hat, allerdings sind sie zeitlos und schlicht. Untermalt wird das Ganze mit gedämpften Trommelklängen – sie unterstreichen Spannung und Gefahr ebenso wie fröhliche Momente. Das Publikum erwarten drei spannende Theaterabende am Freitag, dem 31. August, und Samstag, dem 1. September, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, dem 2. September, um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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