04. April 2019, 22:12 Uhr

Sozialdrama trifft Science-Fiction

04. April 2019, 22:12 Uhr
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Aus der Redaktion
Spielszene aus »Ederlezi Rising«. (Foto: pm)

Zum dritten Mal präsentiert das Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) der Universität in Zusammenarbeit mit dem »GoEast«-Filmfestival in Wiesbaden und dem Kinocenter auch in Gießen eine Auswahl von Festivalfilmen. Nachdem die ersten beiden Jahrgänge sowohl von den Studierenden als auch den Cineasten der Stadtöffentlichkeit gut angenommen wurden, locken in diesem Jahr zwei Scifi-Filme und ein bereits mehrmals ausgezeichnetes Sozialdrama aus Weißrussland ins Kino.

Seit 2001 verwandelt das »GoEast«-Filmfestival jährlich im April Wiesbaden in einen der international wichtigsten Schauplätze für das Kino aus Mittel- und Osteuropa. Dabei adressieren die über 100 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme vom 10. bis 16. April Fachbesucher und Kinopublikum gleichermaßen. Auch in diesem Jahr können die Gießener an drei Filmabenden direkt vor Ort Festivalluft schnuppern.

Den Anfang macht am Donnerstag, 11. April, um 20 Uhr mit »Chrustal« der Debütfilm der weißrussischen Regisseurin Dar’ja Žuk, die im Minsk der Neunzigerjahre die Geschichte der unangepassten Vel’ja erzählt, die als DJane House Music auflegt und versucht, ihren Traum, in die USA zu fahren, umzusetzen. Doch ohne Festanstellung ist es praktisch unmöglich, ein Visum zu ergattern. Bei einem Interview in der US-Botschaft gibt Vel’ja sich als erfolgreiche Managerin einer Kristallfabrik aus. Alles scheint zu funktionieren, doch dann führt ihre Lüge sie in die Provinz, wo sie mit der Realität konfrontiert wird. Der Film ist der erste in 22 Jahren, den Weißrussland als seinen Kandidaten in das Rennen um den Oscar schickte.

Mit »Ederlezi Rising« des Regieneulings Lazar Bodroža beginnt am 15. April das Scifi-Doublefeature. Der serbische Regisseur geht in seiner Reise durch das Weltall der Frage nach, was angesichts der hoch entwickelten Cyborgs eine Person zu einer Person macht und wie sich die künstliche Intelligenz dazu verhält. Die serbisch-amerikanische Koproduktion beeindruckt dabei mit visionären Bilder und anregender Musik.

In starkem Kontrast zu der technischen Perfektion von »Ederlezi Rising« schließt die tschechische Low-Budget Scifi-Parodie »Mars« am Dienstag, 16. April, um 20 Uhr das »GoEast goes Gießen« ab. Im Jahre 2118 ist die Kolonisierung des roten Planeten schon nicht mehr angesagt. Da kommt noch eine tschechische Mission in der schon recht verlotterten Marsstation an. Die sechs Tschechonauten haben ihren eigenen Kopf und sehr individuelle Motive. Auch in diesem Film sind die Menschen nicht allein: Bot, ein Android, geschult durch Indianer-Comics, hat die Menschheit längst durchschaut und die Crew sofort im Griff.



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