01. Februar 2019, 22:17 Uhr

Stadt sieht kein Lkw-Problem

01. Februar 2019, 22:17 Uhr

Als die Stadtregierung am Montagmorgen ihre für den späten Vormittag geplante Pressekonferenz absagte, lag die Vermutung nahe, dass das etwas mit der später verbreiteten Nachricht über die Ansiedlung des Otto-Logistikzentrums zu tun hatte. Tatsächlich war der Grund ein ganz anderer, denn Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz wurde zum zweiten Mal Oma und musste kurzfristig familiären Betreuungsdienst leisten. Der Magistrat hatte am Freitag also doppelten Grund zur Freude, als er bei dem nachgeholten Pressetermin Stellung zu dem Riesenprojekt auf dem früheren AAFES-Gelände bezog. »Diese Ansiedlung hat große Strahlkraft für den Standort Gießen«, sagte Bürgermeister Peter Neidel.

Die Stadt verspricht sich von dem Bau des Paketverteilzentrums auch und vor allem eine Belebung des Arbeitsmarkts im Bereich der Minderqualifizierten. »Wir brauchen diese einfachen Arbeitsplätze«, erklärte der auch für die städtische Wirtschaftsförderung zuständige Dezernent. Mit 1300 Arbeitsplätzen rechnet Otto, im Endausbau des Lagers könnten es sogar 1800 sein.

Der Bebauungsplanentwurf für das 44 Hektar große AAFES-Gelände wird am kommenden Dienstagabend im Bauausschuss beraten, auch die Ortsbeiräte in Wieseck und Rödgen werden über das Logistikzentrum diskutieren, das Stadtparlament soll den Entwurf in der Sitzung am 21. Februar beschließen.

Wartebereiche für Schwerverkehr

Planungsdezernent Neidel geht davon aus, dass vor allem der Verkehr das bestimmende Thema sein wird. »Wir wollen jetzt hier nicht so tun, als führte die Ansiedlung nicht zu mehr Verkehr«, sagte Neidel. Sicherlich werde man das auch in Wieseck und Rödgen spüren, weil Beschäftigte, die in dem Lager arbeiten, durch diese Stadtteile fahren werden. Keine Probleme sieht Neidel dagegen mit den täglich prognostizierten 850 Lkw-Fahrten in das und aus dem »Logistikzentrum Gießen«. Dieser Verkehr wird nach Erwartung der Stadt ausschließlich die Autobahn über die Anschlussstelle Ursulum nutzen. Damit Lkw, die auf ihre Abfertigung warten, nicht irgendwo im Stadtgebiet parken, sind Neidel zufolge »Wartebereiche« am Lager vorgesehen. Mit dem Bau einer Tankstelle soll ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden, dass sich die Lkw nur im Bereich des Gewerbegebiets und der nahen Autobahnanschlüsse bewegen. Neidel erinnerte zudem daran, dass es zu Zeiten des AAFES-Betriebs diesen Schwerverkehr ja auch schon gegeben hat: »Eigentlich kehrt die alte Nutzung nur zurück.«

Mit Blick auf die rasante Gesamtentwicklung im früheren US-Depot äußerte sich die Oberbürgermeisterin lobend über die Eigentümerin: »Wir müssen dem Unternehmen Revikon dankbar sein, wie es an den drei Bebauungsplänen mitgearbeitet und für diese sehr positive Entwicklung gesorgt hat«, sagte Grabe-Bolz.

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