27. März 2018, 21:21 Uhr

Stadtleben als Zwischenstation

27. März 2018, 21:21 Uhr
Karen_werner
Von Karen Werner
Lena Eifert liebt die Natur. Das Lahnufer an der Bootshausstraße gehört zu ihren Lieblingsorten in Gießen. (Foto: kw)

»Ich bin ein Dorfmensch.« Aufgewachsen ist Lena Eifert in Hungen-Bellersheim. Für sie steht jetzt schon fest, dass sie in einigen Jahren wieder ins Umland ziehen wird. Für sie ist der Wohnort Gießen wohl eine Zwischenstation – eine, die sie zu schätzen weiß. Die 21-Jährige kam in Lich zur Welt und ist damit eine von 2061 Gießenern. Die nahe Kreisgemeinde mit großem Krankenhaus samt Geburtsabteilung nimmt hinter Gießen den zweiten Platz der Geburtsorte-Statistik der Stadtbewohner ein.

 

Einkaufen lieber woanders

Der Liebe wegen ist Lena Eifert vor einem knappen Jahr nach Gießen gezogen. Ihr Freund kommt aus der Stadt, beide arbeiten hier. Der im Rathaus tätigen Verwaltungsfachangestellten gefällt, »dass ich fast überall hin zu Fuß oder mit dem Rad komme«. Lang ist die Liste der Dinge, die sie am ungewohnten Stadtleben genießt: Gastronomie, Kinoangebot, Schwimmbäder. Die Nähe von Ärzten und Krankenhäusern, die fahrradfreundliche Verkehrsführung. Der Arbeitgeber Stadt Gießen biete »viel mehr Möglichkeiten« als kleinere Gemeinden.

Was ihr weniger gefällt: »Als Einkaufsstadt ist Gießen in den letzten Jahren schwächer geworden. Ich gehe inzwischen lieber nach Wetzlar ins Forum, nach Frankfurt oder – zum Bummeln durch kleine Geschäfte – nach Marburg oder Bad Nauheim.«

Auch sonst hängt das Herz der jungen Frau nicht unbedingt an der Stadt Gießen, dafür umso mehr am Dorfleben. »Da ist es einfach ruhiger. Die Natur, das Grün. Man kann einfach mal mit dem Hund oder dem Pferd raus vor die Tür.« Und: »Man kennt die Nachbarn, wenn nicht gleich das halbe Dorf.« Auf dem Land habe sie außerdem weniger Angst, wenn sie im Dunkeln allein zu Fuß unterwegs ist.

Etwa einmal in der Woche besucht Lena Eifert ihre Familie – samt Hund – in Bellersheim. Ganz klar: »Das ist meine Heimat.« Dorthin zurückziehen müsse sie nicht unbedingt. Auf lange Sicht sieht sie sich aber auch nicht in Gießen. »Es könnte wohl eher ein kleiner Ort in der näheren Umgebung von Gießen werden.«



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