19. November 2010, 19:24 Uhr

Tausende Kinderpornos verbreitet: Acht Monate mit Bewährung

Gießen (srs). Nur weil er noch nicht vorbestraft war,kam ein 51-Jähriger am Freitag vor dem Gießener Amtsgericht glimpflich davon. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt, weil er im Internet tausend von Fotos und zahlreiche Filme mit kinderpornografischem Inhalt angeboten hatte.
19. November 2010, 19:24 Uhr

Eine Fülle an kinderpornografischen Bildern und Videos stellten im Januar dieses Jahres Polizeibeamte bei einer Durchsuchung der Wohnung eines 51-jährigen Gießener Maurers sicher. Das Ausmaß ist erschreckend: auf der Computerfestplatte des 51-jährigen sowie auf DVDs und CDs entdeckten die Beamten insgesamt 5563 Fotografien und 168 Filme, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Der Maurer hatte die Dateien im Internet heruntergeladen und dann selbst zum Download angeboten. Wegen Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials verurteilte ihn gestern ein Gericht am Gießener Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten.

Einer höheren Strafe entgeht der geständige 51-Jährige nur deshalb, weil er bisher nicht vorbestraft war. Die sichergestellten Bilder und Videos bezeichnete der Vorsitzende Richter Wolfgang Hendricks als »heftig«. Sie zeigen den brutalen sexuellen Missbrauch von auffallend jungen Kindern sowie weitere Erniedrigungen der Opfer.

Über seinen Verteidiger Stefan Meißner räumte der Angeklagte die Taten ein. Es tue ihm leid, sagte er anschließend selbst. Er wisse nicht, wie das habe passieren können. »Irgendwann hat sich das verselbständigt. Ich kann es jetzt nicht mehr ändern.« Ein Computer komme ihm nicht mehr ins Haus, erklärte er weiter. Sich selbst an Kindern zu vergehen wies er von sich. Ein Verfahren gegen ihn in einem solchen Zusammenhang ist vor fünf Jahren eingestellt worden.

Den Umfang des kinderpornografischen Materials bezeichnete auch ein Polizeibeamter, der die sichergestellten Dateien gesichtet hatte, als »ungewöhnlich«. Über vier Wochen lang habe es gedauert, die Videos und Bilder auf der Festplatte auszuwerten. Jeden Film und jedes Foto hatte der Beamte anschauen müssen, um zu prüfen, dass es sich auch um eine strafbare Datei handelt.

Hendricks ging mit dem Urteil über das von Staatsanwältin Klingelhöfer geforderte Strafmaß von sieben Monaten auf Bewährung hinaus. Die Bewährungshilfe wird in den kommenden drei Jahren den Angeklagten betreuen und auch auf die Therapie pädophiler Neigungen hinweisen. Der 51-jährige Maurer hat darüber hinaus 1000 Euro an die gemeinnützige »Aktion - Perspektiven für junge Menschen und Familien« zu entrichten. Der Angeklagte nahm das Urteil an.



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