30. Mai 2011, 20:35 Uhr

Tierpfleger verurteilt: Fische litten unter Atemnot und Verkrüppelungen

Gießen (kan). Die Fische sollen sich in für ihre Anzahl zu kleinen Becken getummelt haben, die Wasserqualität soll miserabel gewesen sein, die Tiere verkrüppelt. Ihr Halter: ein Tierpfleger. Er musste sich soeben vor einem Strafrichter des Gießener Amtsgerichts verantworten und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.
30. Mai 2011, 20:35 Uhr

In der Anklage hieß es, der 49-Jährige habe die Tiere zu gewerblichen Zwecken gehalten, das Wasser in den kleinen Becken sei »dreckig, verschlammt und stinkend« gewesen. Außerdem sei es zu warm gewesen und habe zu wenig Sauerstoff enthalten, was bei den Tieren zu Atemnot führte. Viele von ihnen seien am Rücken oder den Schwanzflossen verkrüppelt gewesen, auch sollen sie das falsche Futter bekommen haben.

Zu dem Zeitpunkt, als der Mann laut Anklage die Fische hat verwahrlosen lassen, musste er auch das Grundstück räumen, auf dem die Becken aufgebaut waren. Noch kurz vor Ende des angeklagten Zeitraumes im April 2009 habe ein Amtstierarzt keine Mängel feststellen können, berichtete der 49-Jährige. »Ich weise sämtliche Anklagepunkte zurück«, sagte er. Wie viele Fische er gehalten hatte, wurde in der Verhandlung nicht ganz klar. Er selbst sprach von 60 000, in einem Schriftstück war von 11 000 die Rede. Die Fische seien in der Tat verstört und verletzt gewesen, das habe aber an den Erschütterungen gelegen, die eine nahe gelegene Baustelle an der Wieseck ausgelöst habe. Um sie davor zu schützen, habe er auch die Algen wachsen lassen.

Trotz dieser Erklärungen hielt Strafrichter Dr. Johannes Dittrich den Angeklagten für schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro (50 Tagessätze).



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