27. September 2019, 22:11 Uhr

Über 600 Familien zur Seite gestanden

27. September 2019, 22:11 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Eltern und Familien erfahren bereits seit 1981 Unterstützung durch die Frühförder- und Beratungsstelle. (Symbolbild: Lebenshilfe/David Maurer)

Die Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Gießen, heute in der Grünberger Straße 222 in Gießen beheimatet, besteht schon seit 1981. Seit 1983 wird diese wichtige Instanz zur Entwicklungsförderung von Kindern bis zum Schuleintritt von Martina Ertel geleitet - sie ist zugleich Leiterin des übergeordneten Lebenshilfe-Bereichs »Ambulante Hilfen«.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Beratungsstelle aus einem ganzheitlich pädagogischen Ansatz heraus gegründet: Eine Entwicklungsstörung oder die Behinderung eines Kindes sollten nicht mehr nur für sich betrachtet, sondern auch die Eltern beziehungsweise die Familie in den Blick genommen und gestärkt werden. »Frühförderung war und ist in diesem Sinne aber immer freiwillig«, betont Martina Ertel, die betont, dass sich die Frühförderung nicht nur Kindern mit Behinderung annimmt, sondern beispielsweise auch Frühgeborenen oder Kindern, die sich langsamer oder anders entwickeln als Gleichaltrige. »Die Kitas können uns dann für eine heilpädagogische Fachberatung kontaktieren. Wir beraten die Kindergärten fallbezogen und für die Einrichtung selbst kostenfrei«, erläutert Ertel.

Die Frühförder- und Beratungsstelle, in der insgesamt 22 Pädagogen sowie eine Verwaltungskraft tätig sind, arbeitete allein im Jahr 2018 mit 626 Familien zusammen. »Die Zahlenverhältnisse decken sich hierbei mit den Verhältnissen in der Gesellschaft an sich«, resümiert Ertel. So sind rund 40 Prozent der genannten Familien respektive »Fälle« Alleinerziehenden zuzuordnen. »Das passt statistisch gesehen zu Gießen und zeigt uns: Die Menschen werden auch erreicht«, so die Leiterin, die ergänzt: »Unsere Angebote sind hierbei nicht nur für deutschsprechende Deutsche oder die klassische Mittelschicht - für diese natürlich auch -, sondern eben für alle Personen, die hier leben und die unsere Hilfestellung benötigen.«

Von den genannten 626 Familien konsultierten 290 die Frühförder- und Beratungsstelle im Jahr 2018 erstmalig - die Vermittlung erfolgte meist durch die Kitas aus dem Gießener Stadtgebiet und Landkreis. »Es gibt mittlerweile mehr Kitas in der Region und insbesondere mehr Kitas, die eine Betreuung ab dem ersten Lebensjahr gewährleisten. Dadurch ist natürlich auch der Bedarf an der heilpädagogischen Fachberatung größer geworden«, so Ertel zu den Zahlen des zurückliegenden Jahres.

Die Beratung durch die Lebenshilfe-Mitarbeiter ist für Eltern kostenlos. Die Frühförderstelle berät sowohl im häuslichen Rahmen als auch in den eigenen Räumen in der Grünberger Straße. Ebenfalls befinden sich dort drei eigenständige Praxen für Ergo- und Physiotherapie sowie für Logopädie, die auch als Kooperationspartner fungieren. Darüber hinaus pflegt die Frühförder- und Beratungsstelle einen interdisziplinären Ansatz, an dem zahlreiche Kinderärzte, niedergelassene Therapeuten und beispielsweise die Gießener Kinderklinik beteiligt sind.

»Eltern können sich gerne bei uns melden, wenn sie sich Sorgen um ihre Kinder - von der Geburt bis zum Schuleintritt - machen. Bei uns ist es möglich, einen Termin ohne Verordnung oder Überweisung zur Erstberatung zu erhalten«, sagt Martina Ertel.

Weitere Informationen zur Frühförder- und Beratungsstelle sowie zum Bereich Ambulante Hilfen der Lebenshilfe Gießen unter Tel. 06 41-79 798-114, E-Mail: m.ertel@lebenshilfe-giessen.de.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos