01. November 2019, 22:16 Uhr

Über 8000 Kilometer fallen aus

01. November 2019, 22:16 Uhr
Keine Stadtbusse: An den Haltestellen - wie hier am Marktplatz - herrscht am Freitag teilweise gähnende Leere. (Foto: Schepp)

Der Streik der Busfahrer der Stadtwerke-Tochter Mit.Bus hat Gießen erneut getroffen: Von Betriebsbeginn bis Betriebsende fuhren am Freitag keine Stadtbusse. Damit entfielen rund 8200 Buskilometer, die die Fahrer aller Mit.Busse im Normalfall an einem Freitag zurücklegen.

Die Fahrgäste hatten sich diesmal aber offenbar etwas besser auf den Ausfall der Busse eingestellt als beim letzten Warnstreik Ende September (damals ebenfalls an einem Freitag, direkt vor den Herbstferien). Diesmal warteten nur wenige Menschen vergeblich auf einen Bus, da sie aufgrund der Ankündigung des Streiks und entsprechender Berichte in den Zeitungen sowie im Radio vorgewarnt waren. Viele hatten sich rechtzeitig um andere Beförderungsmittel wie Minicar oder Taxi gekümmert.

Eltern von Schülern bildeten Fahrgemeinschaften oder ließen ihre Kinder zu Fuß zur Schule gehen beziehungsweise das Fahrrad benutzen.

Private Busunternehmen fahren

Die Linien 1, 2, 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 17, 800, 801 und 802 ruhten. Nicht bestreikt wurde dagegen die Linie 24 des Betreibers ESE Verkehrsgesellschaft sowie die Buslinien der drei heimischen privaten Unternehmen Erletz, Schwalb und Weber. Diese drei Unternehmen unterhalten mehrere Linien, die die Stadt Gießen ansteuern - etwa aus Linden, Leihgestern, Biebertal, Heuchelheim, Fernwald, Rabenau, Reiskirchen und Pohlheim.

Die Gewerkschaft ver.di zog eine positive Bilanz des Streiktags. Über 3000 Busfahrerinnen und Busfahrer hätten sich hessenweit am Ausstand beteiligt. Streikleiter Jochen Koppel erklärte zufrieden: »Es waren noch mehr als das letzte Mal. Die Kollegen sind entschlossen, denn sie fühlen sich verschaukelt. Sie erwarten jetzt ein ernstzunehmendes Angebot von den Arbeitgebern. Wenn sie nicht nachbessern, wird es mit Sicherheit weitere Streiks geben.«

Die Arbeitgeber hatten angeboten, den Stundenlohn von 13,50 Euro in vier Schritten in vier Jahren auf 15,10 Euro zu erhöhen. ver.di fordert dagegen die Erhöhung auf 16,60 Euro pro Stunde. Der Urlaub soll von 25 auf 30 Tage erhöht werden. Außerdem sollen fahrplanbedingte Pausen und Wendezeiten bezahlt werden. Derzeit gibt es für diese Leerzeiten keine Bezahlung.

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