28. September 2011, 12:25 Uhr

Umsatz wuchs nicht so stark wie die Verkaufsfläche

Gießen (mö). Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung hat sich den Einzelhandelsstandort Gießen genauer angeschaut. Ihr Gutachten stellt , dass die Verkaufsfläche seit 1999 um fast 40 000 Quadratmeter oder 18 Prozent gewachsen ist.
28. September 2011, 12:25 Uhr
Mehr davon: Die Kunden der Gießener Innenstadt wünschen sich eine größere Auswahl an gastronomische Angeboten, so wie hier in der Plockstraße. (Foto: Schepp)

Diese und andere interessante Zahlen aus der 130 Seiten umfassenden Studie präsentierte am frühen Montagabend Birgitt Wachs, Leiterin der GMA-Niederlassung in Köln, im Sitzungssaal des Rathauses bei einer Informationsveranstaltung des Magistrats. Wer indes – vor allem vor dem Hintergrund der Besiedlung des Bänninger-Areals – eine ähnlich kontroverse Debatte erwartete, wie sie 1999 wegen der »Mutz-Mall« und einige Jahre später wegen der Ansiedlung der Galerie Neustädter Tor geführt wurde, sah sich getäuscht. Außer einigen Stadtverordneten waren gerade einmal 20 Interessierte gekommen, darunter Vertreter und Beschäftigte aus dem Einzelhandel. Und die wenigen Fragen, die es nach der Präsentation gab, betrafen die Unterversorgung einiger Stadtteile wie Rödgen mit Lebensmittelangeboten und mitnichten die zentrale Frage, wo in welcher Größenordnung und mit welchen Sortimenten in Gießen noch zusätzliche Einzelhandelsflächen ausgewiesen werden sollten.

Im Mittelpunkt dieser Betrachtung steht seit geraumer Zeit die Industriebrache Bänninger. Diesbezüglich hat die GMA-Begutachtung eine erste Konsequenz, denn an die Stelle des bislang vorgesehenen Edeka-Großmarktes soll nun eine Filiale des Unternehmens Bauhaus als Ankerbetrieb treten. Grundlage dieser vom Magistrat beförderten Entscheidung ist eine Aussage der GMA-Studie zu den »branchenbezogenen Entwicklungspotenzialen«. Während im Segment Lebensmittel die Verkaufsflächenausstattung in Gießen bereits »überdurchschnittlich« sei, bestehe im Bereich Bau-, Heimwerker- und Gartenbedarf die Möglichkeit, das bestehende Angebot auch an der Peripherie der Stadt »moderat« zu ergänzen, wie es heißt. Das hat bei der Geschäftsführung und den Beschäftigten des nahe Obi-Markts für Unruhe gesorgt, wie am Montag deutlich wurde, denn zur Präsentation waren mehrere Vertreter von Obi erschienen, darunter auch des Betriebsrats. Wortmeldungen von dieser Seite gab es aber nicht.

Aus Sicht der neuen Planungs- und Baudezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) war die Veranstaltung offenbar nur die Ruhe vor dem Sturm. Sie erwartet in der Folge, wenn das Einzelhandels- und Zentrenkonzept von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll, »eine breite politische Debatte«. Schon jetzt sei die Studie eine »gute Grundlage« für Entscheidungen über »weitere Ansiedlungen und Nichtansiedlungen«, sagte die Bürgermeisterin.

Bestandteil des Gutachtens war auch eine Kunden- und Händlerbefragung, bei der unter anderem herauskam, dass sich die Besucher der Gießener Innenstadt mehr gastronomische Angebote wünschen, mehr und billigere Parkplätze zur Verfügung stehen sollten, es innerhalb des Anlagenrings zu wenige Lebensmittelgeschäfte gebe und die Einkaufsatmosphäre insgesamt zu wünschen übrig lasse. Die letztere Aussage führt Gutachterin Wachs auf die Baustellen zurück, die das Bild der Fußgängerzone geprägt hätten, während die Befragung lief.

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