26. September 2013, 22:18 Uhr

Vereinbarung zur Ausbildung von Religionslehrern

Gießen (bf). Spitzenvertreter der islamischen Verbände und der evangelischen Kirchen in Hessen haben sich am Donnerstag in der Evangelischen Theologischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität beim »Tag des Dialogs« darüber verständigt, bei der Ausbildung von Religionslehrerinnen und Religionslehrern enger zusammenzuarbeiten.
26. September 2013, 22:18 Uhr
Die Runde der evangelischen und islamischen Vertreter beim Tag des Dialogs in der Evangelischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität (v.l.): Fuat Kurt, Volker Jung, Martin Hein, Muammer Toklu und Ramazan Kuruyüz. (Foto: Schepp)

Beim insgesamt sechsten »Tag des Dialoges« forderten sie ein Studium, das künftige Lehrkräfte befähigt, einen »reflexionsfähigen und dialogfähigen Religionsunterricht« zu erteilen. Sie verabredeten Kooperationen bei der Begleitung von evangelischen und islamischen Studierenden an hessischen Hochschulen. Derzeit werden in Gießen und Frankfurt Studiengänge für den islamischen Religionsunterricht angeboten. Dabei sollen nach dem Willen der Vertreter auch religionsübergreifende Dialogveranstaltungen in das Pflichtprogramm der Ausbildung aufgenommen werden. Die Vereinbarungen sind Teil einer elf Punkte umfassenden Erklärung, die bei dem Spitzentreffen an der Universität Gießen unterzeichnet wurde. Beim »Tag des Dialoges« treffen sich seit 2006 einmal im Jahr Repräsentanten der evangelischen Kirche und der islamischen Verbände in Hessen, um über aktuelle Herausforderungen zu sprechen.

Präsident und Bischof zu Gast

Teilnehmende waren Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Prof. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, Fuat Kurt, Vorsitzender des DITIB Landesverbandes Hessen, Ramazan Kuruyüz, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen mit Sitz in Gießen und Muammer Toklu, Sprecher des Verbands der Islamischen Kulturzentren e.V. Hessen. Die Begegnung war in diesem Jahr in den Räumen der Gießener Universität mit dem Thema »Die Ausbildung von Religionslehrern und Religionslehrerinnen zwischen Wissenschaft und Bekenntnis« zu Gast.

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften begrüßten bei der Begegnung auch, dass mit diesem Schuljahr in Hessen ein dem evangelischen Religionsunterricht vergleichbarer islamischer Religionsunterricht begonnen hat. Sie unterstrichen die Notwendigkeit eines islamischen Religionsunterrichtes in konfessioneller und kultureller Vielfalt. In der elf Punkte umfassenden Erklärung hieß es dazu: »Die evangelischen Kirchen in Hessen und die islamischen Religionsgemeinschaften in Hessen begrüßen, dass es mit dem Beginn des Schuljahres 2013/2014 einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht an hessischen Schulen gibt. Die Einsetzung eines dem ev. Religionsunterricht strukturell vergleichbaren islamischen Religionsunterrichtes ermöglicht den Schülerinnen und Schülern die Entwicklung einer eigenen religiösen Identität. Darin liegt die Voraussetzung für ein gelingendes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft.«

Begrenzte Wissenschaftsfreiheit

Einer der zentralen Diskussionspunkte des Treffens war auch die Frage danach, wie eine Ausbildung von Religionslehrerinnen und Lehrern aussehen sollte, die eine selbstkritische Reflexion der eigenen Religion ermöglicht, und gleichzeitig zur Ausübung eines bekenntnisorientierten Religionsunterrichtes befähigt. Dabei stimmten die an dem Dialog beteiligten Religionsgemeinschaften in einer gemeinsamen Erklärung darin überein, dass die grundgesetzlich garantierte Wissenschaftsfreiheit der Hochschullehrerinnen und -Lehrer ihre Grenzen am Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften finden müsse.

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