24. Juli 2019, 11:00 Uhr

Gefahr durch Blaualgen

Vergiftungsgefahr für Hunde in Gießen

Die große Hitze begünstigt die »Algenblüte« im Neuem Teich. Hunden droht Gefahr, auch das Umweltamt hat sich geäußert.
24. Juli 2019, 11:00 Uhr
Ein dicker grüner Algenteppich bedeckt einen Teil des Neuen Teichs. (Foto: Schepp)

Auf den ersten und oberflächlichen Blick sieht das Gewässer aus wie ein grünblauer See in den Bergen. Vor allem der Übergang vom Neuen in den Kleinen Teich ist im Moment freilich das Gegenteil von frisch und klar. Hellgrüne und metallisch blaue Schlieren bedecken den Teich auf beiden Seiten der zur Landesgartenschau gebauten Brücke wie einen Ölteppich. Wie das städtische Umweltamt auf Anfrage erläutert, haben die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen die Bildung der sogenannten Blaualgen in den Gewässern begünstigt. Die Lebensbedingungen seien so gut, dass die Blaualgen »regelrecht aufblühen« und sich explosionsartig vermehrten.

Die Blaualgen sind eigentlich keine richtigen Algen, sondern Cyanobakterien. Durch die lange Tageslichtdauer und durch das Sonnenlicht aufgeheizte Wasser begünstigt, produzieren sie viel Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt ist somit tagsüber sehr hoch. Blaualgen haben anders als Grünalgen in ihrem Inneren Gasbläschen. Dadurch können sie sich an der Oberfläche konzentrieren. Sie werden durch den Wind auch in Ecken getrieben. Nach dem Absterben der Cyanobakterienmassen wird beim mikrobiellen Abbau Sauerstoff verbraucht. Dadurch wird die Sauerstoffkonzentration im Gewässer oft stark verringert, was zu einem Fischsterben führen kann.

Es gibt tausende von verschiedenen Arten, einige wenige sind allerdings gesundheitlich bedenklich. Für wassertrinkende Hunde seien sie zum Beispiel »giftig«, warnt das Umweltamt. Die vierbeinigen Freunde also besser an die Leine nehmen, was in den städtischen Grünanlagen ohnehin vorgeschrieben ist. Ein Badeverbot muss die Stadt nicht aussprechen, denn bekanntlich sind die Teiche in der Wieseckaue keine Badegewässer.

»Solche Blüten kann man nicht verhindern«, betont die Umweltbehörde. Die »Algenblüte« lasse sich nur durch Verringerung der Nährstoffgehalte im Wasser reduzieren. Der Eintrag dieser Nährstoffe komme aus externen Quellen wie der Landwirtschaft und dem Ablauf von Kläranlagen in die Gewässer. Um den Wasserstand zu halten und die Verdunstungsverluste im Teich auszugleichen, brauche man die Wasserzufuhr aus Fließgewässern, in diesem Fall der Wieseck.

Der Bereich beidseits der Brücke scheint anfällig für die »Algenblüte« zu sein, weil hier wenig Wasseraustausch stattfindet. Der Schwanenteich, der von den Wasserbaumaßnahmen an Wieseck und Oberlache offensichtlich profitiert, und der restliche Neue Teich weisen noch keine Algenteppiche auf.

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