11. September 2017, 20:25 Uhr

Verluste für Autohaus Wahl durch die Dieseldebatte

11. September 2017, 20:25 Uhr
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Von Guido Tamme
Der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich (r). und BMW-Filialleiter Meikel Eley im Gespräch. (Foto: Schepp)

In den Skandal um Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen ist der Autohersteller BMW zwar nicht verwickelt. Trotzdem bekommt auch diese Marke die aktuelle Debatte um die Zukunft älterer Dieselmodelle zu spüren. Beim Gießener Autohaus ASW Wahl etwa gibt es beim Erwerb von Neuwagen einen starken Trend weg vom Diesel und hin zum Benziner, was zu längeren Lieferzeiten führt.

Außerdem muss der BMW-Händler einen deutlichen Wertverlust verkraften, was den Wiederverkauf von in Zahlung genommenen Gebrauchtwagen mit Dieselmotor angeht. »Die Preise sind während der Standzeiten in den letzten drei, vier Monaten kräftig gefallen«, konstatiert Filialleiter Meikel Eley. Das merken auch die Käufer von Neuwagen: Sie erhalten zwar die Abwrackprämie von 2000 Euro, bekommen aber für ihr altes Dieselauto vom Händler deutlich weniger Geld als im Frühjahr.

Über diese Marktentwicklung informierte sich am Montag der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich bei einem seiner routinemäßigen Firmenbesuche. Der Gießener stufte den Preisverfall als »massive Enteignung etlicher Autoeigentümer« ein. Eindringlich warnte er vor der von Hessens Umweltministerin geforderten Einführung der Blauen Plakette, die einem Fahrverbot für alle Dieselfahrzeuge entspreche, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen.

Sorge vor falscher Weichenstellung

Nach Ansicht des Liberalen können die Klimaziele vorerst nur mit modernen Dieselmotoren erreicht werden, weil die einen geringeren Schadstoffausstoß hätten als Benziner. Greilich sorgt sich deshalb, dass die Politik falsche Weichenstellungen schafft, indem sie die Klimaschutzziele vorgibt, dann aber den Weg dorthin im Hinblick auf Energieerzeugung und Mobilität nicht der Kreativität der Ingenieure überlässt. Die Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten könne niemand zuverlässig prognostizieren, warnte der BMW-Fahrer.

Die Einschätzung, wohin die Reise geht, sei schwierig, stimmte Eley seinem Gast zu. Die Industrie habe große Furcht davor, auf das falsche Pferd zu setzen. Er persönlich glaube aber, dass am Ende der Entwicklung die schadstofffreie Brennstoffzelle der Hauptantrieb sein wird. Bis dahin werde es aber in den kommenden Jahrzehnten eine starke Zunahme bei Hybrid- und rein elektrisch betriebenen Autos geben. Voraussetzung dafür sei allerdings eine deutlich verbesserte Lade-Infrastruktur. BMW werde seinen Beitrag dazu leisten, indem bis 2021 sämtliche Modelle auch mit Elektroantrieb angeboten werden.



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