28. August 2018, 21:51 Uhr

Viel mehr als ein Lächeln

Sie sind die Leistungsträger von morgen und wollen schon heute die Welt ein bisschen besser machen. In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft aus den Fugen zu geraten scheint, sind junge Menschen, die sich ohne Eigennutz für andere engagieren, Lichtblicke. Zwei von ihnen haben uns erzählt, warum sie das tun.
28. August 2018, 21:51 Uhr
Christoph Brunner und Luana Sommer sind zwei der Stipendiaten, die bei Projekten der AWO mitarbeiten. (Foto: Schepp)

Marmor, Stein und Eisen bricht. Die unbeteiligte Miene hellt sich auf, die alte Dame wiegt sich im Takt. Lange nicht gehört. Zu diesem Lied kann man tanzen, singen, schunkeln – nur gar nichts tun, das kann man nicht. Kein Wunder also, dass im Albert-Osswald-Haus die Stimmung stieg. »Das hat solchen Spaß gemacht«, sagt Luana Sommer. Die junge Frau strahlt, wenn sie an den bunten Nachmittag zurückdenkt. Auch Christoph Brunner hat die Begegnungen mit den alten Leute in bleibender Erinnerung. »Unvergesslich, wie sich die zunächst verschlossenen Gesichter aufgehellt haben.«

Das unvermutete Lächeln ist ein Zeichen dafür, dass es sich lohnt, Zeit und Mühe zu investieren. Die beiden Studenten – sie ist angehende Lehrerin, er Mediziner – sind Stipendiaten der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw). Die Regionalgruppe Gießen-Marburg arbeitet seit einigen Jahren mit der Arbeiterwohlfahrt zusammen. Gemeinsam haben Kornelia Steller-Nass (AWO), Anna Weigel (sdw, selbst ehemalige Stipendiatin) und Angelika Nailor (Verein Ehrenamt) verschiedene Projekte auf den Weg gebracht, die alle das Miteinander von jungen und alten Menschen zum Ziel hatten. Für das diesjährige sportlich-digitale Projekt unter dem Motto »Gemeinsam den Ball ins Rollen bringen«, bei dem auch der FC Gießen mit von der Partie war, haben die Initiatoren sogar einen Ideenwettbewerb gewonnen.

Luana Sommer und Christoph Brunner haben beide schon Erfahrungen in Ehrenämtern – was ein Kriterium für ein sdw-Stipendium ist. Die 22-jährige Buseckerin ist im Tanzsport aktiv, betreut Gruppen und organisiert Veranstaltungen. Außerdem ist sie Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlaments. Der zukünftige Arzt Christoph Brunner ist in Sachen Öffentlichkeitsarbeit unterwegs, er leistet in Schulen Aufklärung über Organspenden. Zudem ist der 24-Jährige Rettungsschwimmer und Schwimmtrainer. Beide sind bereits verheiratet, mitten in der Ausbildung und zeitlich folglich sehr eingespannt. Warum also auch noch die Aktionen im Seniorenheim? »Weil es großen Spaß macht«, sagen beide. Die Veranstaltungen seien zwar mit viel Arbeit verbunden, aber keiner von ihnen opfere sich auf. »Es ist ein großes Glück, das tun zu dürfen«, erklären sie. Weigel hat diese Erfahrung gemacht. »Es tut gut, etwas zurückgeben zu können«, erklärt die Lehrerin. Als Stipendiat habe man das Privileg, großzügig unterstützt zu werden – finanziell, aber auch hinsichtlich Fort- und Weiterbildung. Das betrachteten die Studenten als Verpflichtung. »Wir möchten ein positives Beispiel geben und im Idealfall eine Kettenreaktion auslösen«, sagt Luana Sommer und lacht. Auch die Einblicke in den Alltag des Seniorenheims und der Kontakt mit den Mitarbeitern und Mitstreitern sei eine Bereicherung.

Kornelia Steller-Nass war früher bei der AWO für Zivildienstleistende zuständig, heute sind es die Bundesfreiwilligendienstler. Außerdem ist sie selbst ehrenamtlich aktiv – unter anderem im Arbeitskreis für Behinderte. Dass es immer wieder junge Leute gibt, die sich begeistern lassen und dazu beitragen wollen, die Gesellschaft menschlicher zu gestalten, ist eine Bestätigung für ihre Arbeit. »Wir sind stolz darauf, dass wir die Generationen hier zusammen bringen«.

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