19. Juli 2018, 06:00 Uhr

Luftwerte

Von Ozon und Feinstaub redet keiner mehr

Der lufthygienischer Jahresbericht bestätigt den positiven Trend. Die Luftqualität in Gießen wird bei bestimmten Schadstoffen immer besser.
19. Juli 2018, 06:00 Uhr
Die Messsstation an der Westanlage in einer Aufnahme aus dem Jahr 2006, als die Ozonwerte in Gießen noch ein großes Thema waren. (Foto: Schepp)

Fast zehn Jahren lang von der Mitte der 1990er bis zur Mitte des folgenden Jahrzehnts gehörte das »Ozon-Info« im Sommer zu den täglichen Rubriken im Stadtteil der Gießener Allgemeinen Zeitung. Vielen Bürgern war damals der Grenzwert von 180 Mikrogramm oder der Alarmwert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft so geläufig wie heutzutage die 40 Mikrogramm beim Stickstoffdioxid. Damals wurde über Fahrverbote auch in Gießen diskutiert. Dass heutzutage fast niemand mehr über das die Atemwege reizende Treibhausgas und den Sommersmog spricht, hat nicht nur etwas damit zu tun, dass die Ozonkonztration im Gießener Stadtgebiet seit 2003 nicht mehr gemessen wird. Die Werte geben es einfach nicht mehr her.

Dies zeigt der Blick in den Lufthygienischen Jahreskurzbericht, den das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie für das Jahr 2017 veröffentlicht hat. Danach wurde die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm an den nächstgelegenen Messstellen in Linden und Wetzlar im vergangenen Jahr nicht einmal erreicht.

Auch Feinstaub kein Thema mehr

Auch ein anderer Schadstoff, der in Gießen an der Messstation an der Westanlage noch gemessen wird, ist aus der umweltpolitischen Debatten verschwunden. Die Rede ist vom Feinstaub, der das Ozon quasi als Mode-Schadstoff vor etwa zwölf Jahren abgelöst hatte. Im Moment sieht es nicht nach einem Comeback aus: Achtmal wurde im vergangenen Jahr der zulässige Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft übertroffen, zulässig indes sind 35 Tage mit Grenzwert-Überschreitung. Mit 22 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft lag Gießen auch im Jahresmittel deutlich unter dem Grenzwert von 40.

Bleibt das aktuell diskutierte Stickstoffdioxid: Hier bestätigen die »abschließend geprüften Daten« des Kurzberichts bisherige Angaben, wonach Gießen nach wie vor im Jahresmittel mit 42 Mikrogramm über dem Grenzwert von 40 liegt, wobei der Schadstoff nicht nur an der verkehrsreichen Westanlage, sondern auch in der Johannette-Lein-Gasse mit einem sogenannten Passivsammler gemessen wird. Hier lag der Jahresmittelwert bei 26,8 Mikrogramm und damit weit unter dem Grenzwert von 40. Den endgültigen Jahresbericht 2017 über die Luftqualität in Hessen will das Landesamt im September veröffentlichen.

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