01. Juli 2018, 19:12 Uhr

Stadtpolitik

Weigel-Greilich stellt sich geheimer Wahl

Ende August wird aus Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich die Stadträtin Weigel-Greilich. Die geheime Wahl durch das Stadtparlament bietet einen Spannungsmoment.
01. Juli 2018, 19:12 Uhr
Am 1. November werden Peter Neidel (l.) und Gerda Weigel-Greilich (2.v.r.) die Plätze auf der Magistratsbank tauschen. (Foto: Schepp)

Die Stadtkoalition aus SPD, CDU und Grünen will wie geplant direkt nach der Sommerpause die Personalrochade im hauptamtlichen Magistrat abschließen. Bereits in der ersten Stadtverordnetensitzung nach den Ferien soll die bisherige Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) am 30. August zur hauptamtlichen Stadträting gewählt werden. Dies geht aus der Ausschreibung der Stelle in den Samstagsausgaben der Lokalzeitungen hervor.

Weigel-Greilichs Wahl gilt angesichts der breiten Mehrheit, über die die Kenia-Koalition verfügt, als Formsache, gleichwohl müssen solche Stellen ausgeschrieben werden.Interessierte müssen ihre Bewerbung bis zum 20. Juli beim Vorsitzenden des Wahlvorbereitungsausschusses, dem SPD-Stadtverordneten Frank Schmidt, abgeben. In der Ausschreibung heißt es unter anderem: »Gesucht wird eine entscheidungs- und kontaktfreudige Person mit Erfahrungen in der Kommunalpolitik und/oder der öffentlichen Verwaltung, die fähig ist, ein Dezernat zu leiten. Die Person sollte die besonderen Strukturen und Problemlagen der Stadt kennen und mit der Region vertraut sein. Vorausgesetzt werden Kommunikationsstärke, Vermittlungsgeschick, zielorientiertes Handeln und Teamfähigkeit.«

Umstrittene Verdichtungspolitik

Als die Besetzung des Bürgermeisterpostens anstand, gab es nur eine Bewerbung, und die kam von CDU-Stadtrat Peter Neidel. Die einzig spannende Frage wird die sein, wie viele Stimmen die Grünen-Politikerin bei der geheimen Wahl in der Stadtverordhetenversammlung erhält. Neidel hatte bei seiner Wahl am 21. Juni offensichtlich nicht nur alle Stimmen der Koalition erhalten, sondern auch sieben aus der Reihen der Opposition. Ihre neuen Ämter antreten werden beide erst zum 1. November.

Für Weigel-Greilich wird es nach 2006 und 2012 und dritte Wahl durch die Stadtverordneten sein, wobei es sich jetzt strenggenommen um eine Neuwahl handelt, weil die Allendorferin ein neues Amt übernimmt.

Weigel-Greilich war nach der Kommunalwahl 2006 und der Bildung der »Jamaika«-Koalition zur Bürgermeisterin gewählt worden. Nach der Wahlniederlage der CDU bei der Kommunalwahl 2011 übernahm sie von CDU-Mann Thomas Rausch die Zuständigkeiten fürs Bauen und Planen und verantwortete in dieser Funktion einige große Wohnungsbauplanungen und die nicht unumstrittene Linie der Grünen, innerstädtisch zu verdichten, um am Stadtrand keine Grünflächen verbrauchen zu müssen.

Ihr bislang wichtigstes Projekt indes war die Planung und Durchführung der Gießener Landesgartenschau 2014. An ihren aktuellen Zuständigkeiten für das Jugendamt, das Garten- und Friedhofsamt, die städtischen Liegenschaften und die Baugenehmigungsbehörde wird die Wahl zur Stadträtin und der Verlust des Bürgermeistertitels nichts ändern. (Foto: Schepp)

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