11. Juli 2018, 21:38 Uhr

Wie erkennt man Medizin-Talent?

11. Juli 2018, 21:38 Uhr

Von Karen Werner , 1 Kommentar

Wer darf Medizin studieren? Die Auswahl müssen die Hochschulen ganz neu organisieren nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom vergangenen Dezember. Die Umsetzung bedeute für die Justus-Liebig-Universität besonders viel Aufwand, sagte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee am Mittwoch bei der Sitzung des Senats. Denn Gießen gehört zu den wenigen Städten, die alle drei betroffenen Fächer anbieten: Human-, Zahn- und Tiermedizin.

Finanz-Jahresergebnis leicht positiv

Eine eigene »Task Force« hat an der Uni die Arbeit aufgenommen. Bis Ende 2019 müssen die neuen Vorgaben umgesetzt sein, zum Sommersemester 2020 greifen sie. Neben Noten und Wartezeit sollen andere Kriterien stärker gewichtet werden. Eingeführt wird eine »Talentquote«. Wie diese Bewerber ausgesucht werden, ist noch offen.

Die Zahnmedizinerin Prof. Renate Deinzer warnte vor Auswahlgesprächen: Sie seien aufwendig und – das belegten Untersuchungen – nicht geeignet, um Begabte zu identifizieren. Das sehe er ähnlich, bekräftigte Mukherjee und bat die Vertreter der drei Fächer, sich möglichst auf ein Verfahren zu einigen. »Es darf nichts schiefgehen«, insbesondere dürfe keiner der begehrten Studienplätze unbesetzt bleiben.

JLU-Wissenschaftler haben zu den aktuellen Jahrgängen von etwa 250 Fachzeitschriften jetzt keinen elektronischen Zugriff mehr. Hintergrund ist eine seit zwei Jahren schwelende Auseinandersetzung der Hochschulen mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier. Dieser habe »horrende Forderungen« gestellt, gegen die sich die Wissenschaftsorganisationen mit dem gemeinsamen Konsortium »Deal« wehrten, erklärte Mukherjee. Forscher könnten Zeitschriftenartikel über die Unibibliothek bestellen. Aus urheberrechtlichen Gründen bekämen sie sie nur als Papierausdruck. »Versetzen Sie sich einfach um zehn Jahre zurück«, empfahl Mukherjee schmunzelnd.

Das finanzielle Jahresergebnis der JLU für 2017 sei trotz sinkender Erträge leicht positiv, erläuterte Kanzlerin Susanne Kraus. Es lag bei 0,2 Millionen Euro, deutlich weniger als im Vorjahr (8,7 Mio.). Der Hochschulpakt 2016-2020 habe es ermöglicht, umfangreiche Investitionen zu tätigen. Vor allem wurde und wird gebaut, etwa am Audimax, der Pferdeklinik und am Lungenzentrum.

Kraus weist – auch im Hinblick auf den neu zu verhandelnden Hessischen Hochschulpakt 2021-2025 – auf die Notwendigkeit größerer finanzieller Spielräume angesichts hoher Studierendenzahlen hin. Auch der Bund müsse weiterhin einen verlässlichen Beitrag zur Grundfinanzierung leisten, ergänzte Mukherjee. Gespräche mit der neuen Bundesregierung seien angelaufen.

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