13. November 2018, 11:00 Uhr

Tiere im Winter

Wie man Eichhörnchen und Igeln jetzt helfen kann

Damit der heiße, trockene Sommer für Wildtiere keine schlimmen Konsequenzen hat, sollte jeder helfen. Mit Futter, »unaufgeräumtem« Garten und Eichhörnchen-Eigenheim.
13. November 2018, 11:00 Uhr
Auch für Eichhörnchen gilt: Tee statt Milch. Besser, man fragt einen Experten. (Foto: Weber)

Noch wähnen sie sich in Sicherheit. Eichhörnchen flitzen durch herbstliche Gärten und Grünanlagen – mit vermeintlich reicher Beute. Doch im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp wird und die Vorräte geplündert werden sollen, gibt es eine böse Überraschung: Im Inneren der Nüsse befindet sich kein schmackhafter Kern, sondern nur ein verschrumpeltes Etwas. Die lange Trockenheit hat dafür gesorgt, dass es viele taube Nüsse und Samen gibt. Der Tierschutzverein bekommt schon jetzt viele Anfragen zur Winterversorgung von Eichhörnchen, Igeln und Vögeln. »Man kann viel tun«, sagt Astrid Paparone, die Vorsitzende des Vereins. Die Not der Tiere ist eine Folge des Klimawandels und des Einsatzes von Pestiziden. Die richtigen Weichen für die Zukunft müssen in der Politik gestellt werden – aber »Erste-Hilfe-Maßnahmen« vor der eigenen Haustür kann jeder ergreifen.

 

Auf Laubbläser verzichten

Eichhörnchen kann man unterstützen, indem man Futterstellen mit Wal- und Haselnüssen einrichtet. Auf Mandeln sollte man unbedingt verzichten, da diese Blausäure enthalten. Auch Äpfel oder Möhren kann man den Tieren anbieten. Wichtig ist es, dass man die Leckereien nicht nur an einer Stelle auslegt. Paparone: »Eichhörnchen sind Einzelgänger. Sie bekommen Stress, wenn sie anderen in die Quere kommen«. Dankbar sind die Eichhörnchen auch, wenn man ihnen ein Eigenheim zur Verfügung stellt. Die sogenannten Kobel dienen den Tieren sowohl im Winter als auch im Sommer als wetterfeste und windgeschützte Zuhause. Die Nester werden in hohlen Baumstämmen, an den Astgabeln von Baumkronen oder an abgehenden Ästen in der Nähe des Hauptstammes gebaut, schildert Tierpflegerin Hannah Wern. Sie sollten unbedingt zwei Eingänge bzw. Ausgänge haben, damit die Bewohner zur Not flüchten können. Wenn man ein geschwächtes, krankes Tier findet, sollte man es zum Tierarzt bringen. Viele Tierärzte übernehmen die Versorgung von kleinen Wildtieren kostenlos, sagt Paparone. Auch Igel brauchen Unterstützung, aber nicht immer. Um gesunde, erwachsene Igel muss man sich keine Sorgen machen, sie brauchen keine Zufütterung. Besser ist es, seinen Garten igelfreundlich zu gestalten und ihm Unterschlupfmöglichkeiten im Laub und Unterholz zu gewähren. Unbedingt verzichten sollte man auf Laubbläser. Diese Geräte töten nicht nur Igel, sondern zerstören auch Käfer und Insekten und damit die Nahrung des nützlichen Säugetieres.

Igel, die bei drohendem Wintereinbruch leichter als 300 Gramm sind, sollten nicht im Freien gelassen werden. Der kleine Körper kühlt rasch aus. Die Jungtiere werden bei Raumtemperatur auf mindestens 400 Gramm Körpergewicht gebracht und anschließend in einem Außengehege weitergefüttert, bis sie ein winterschlaftaugliches Gewicht von 500 bis 600 Gramm haben. Igel sind nachtaktiv; wenn man sie tagsüber entdeckt, stimmt oft etwas nicht mit ihnen – entweder wurde ihr Lebensraum verändert oder sie sind krank. Die meisten Igel haben Parasiten, von denen sie befreit werden müssen, hier helfen Tierärzte weiter.

 

Auf keinen Fall Milch

Über die Igelaufzucht gibt es viele Mythen, die sich hartnäckig halten. Der Klassiker: Das Schälchen Milch und ein Stück Apfel. »Bloß nicht«, sagen die Tierschützer. Die Kleinen werden stattdessen zunächst mit Katzenwelpenmilch und Fencheltee versorgt, später bekommen sie Katzenfutter. In der Natur ernähren sich die Igel von Raupen, Käfern, Regenwürmern und Co., aber nicht von Obst und Gemüse. Tabu sind auch Infrarotlampen. Sie sind zu heiß und trocknen aus. Besser ist es, die Tiere auf eine (mit einem Handtuch umwickelte) Wärmflasche mit nicht zu heißem Wasser zu setzen.

Bei aller Fürsorge für Eichhörnchen und Igel darf man die Fütterung der Vögel nicht vergessen. Unterschieden wird zwischen Weichfutter- und Körnerfressern. Für beide sollte es ein vielseitiges Angebot an mehreren Stellen geben.

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