08. August 2019, 21:23 Uhr

»Wohnraum statt Hubraum«

08. August 2019, 21:23 Uhr
Minister Al-Wazir übergibt 1,2 Mio. Euro an Wohnbau-Chef Thies und OB Grabe-Bolz.

Lange wurde geplant, aber jetzt geht es zügig voran in der Fuldastraße. Die beiden ersten neuen Wohnhäuser sind fast fertig, die Bodenplatte des dritten ist gegossen. Auch auf die Finanzierung ist am Mittwoch offiziell der Deckel gemacht worden. Hessens Bauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergab an der Baustelle im Flussstraßenviertel einen Zuwendungsbescheid über 1,2 Millionen Euro an Wohnbau-Chef Reinhard Thies und Aufsichtsratsvorsitzende Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. »Am Geld soll’s nicht scheitern«, sagte der stellvertretende Ministerpräsident mit Blick auf das vom Land Hessen aufgelegte und 2,2 Milliarden Euro schwere Programm zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Im Rahmen seiner Sommertour hatte der Grünen-Politiker zunächst in der Wohnbau-Zentrale Gespräche über die Wohnungspolitik geführt, ehe er in der Fuldastraße auch auf Vertreter des Nordstadtvereins, des Runden Tischs Flussstraßenviertel und auf Mieterräte traf. Der Bau von fast 50 preisgünstigen Wohnungen auf einem wohnbaueigenen und zuvor versiegelten Grundstück sei »vorbildlich«, meinte Al-Wazir und lobte auch die Stadt, die pro Wohnung 30 000 Euro beisteuert, für ihre Co-Finanzierung.

Gefallen haben dürften dem Grünen-Politiker auch die Informationen von Projektleiter Ralf Bredemeyer, wonach die Gebäude im Passivhaus-Standard und mit Fotovoltaik-anlagen errichtet würden. In diesem Zusammenhang betonte der Wohnbau-Chef, dass Klimaschutz im sozialen Wohnungsbau nur dann von den Mietern akzeptiert werde, wenn er sozial flankiert werde, in Gießen durch die von der Wohnbau eingeführte »soziale Miete« mit Deckelung des Mietpreises bei 6,50 Euro. »Ohne diesen Deckel würden wir hier überhaupt nichts hinkriegen«, sagte Thies. Ein diesbezügliches Lob für den scheidenden Wohnbau-Chef gab’s von der OB: »In der Ära Thies wurden soziale Kollateralschäden vermieden.« Wo jetzt gebaut wird, befand sich in der Fuldastraße früher ein Garagenhof. »Wir machen aus Hubraum also Wohnraum«, fand Thies eine griffige Formel für das Bauvorhaben.

Von Cornelia Mim, die in den Nordstadt-Gremien und im Stadtparlament sitzt, kam der Wunsch an Al-Wazir, den Geltungsbereich für den Wohnberechtigungsschein II von Südhessen auch auf Mittelhessen auszudehnen. »In Gießen leben viele Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind und von prekärer Beschäftigung leben müssen«, sagte Mim. »Da sind wir dran«, antwortete Al-Wazir. Allerdings bewege sich das Mietniveau in Gießen im Vergleich zum Rhein-Main-Gebiet noch auf einem vernünftigen Niveau.

Im Anschluss informierte sich der Gast aus Wiesbaden noch über das nächste Wohnbau-Projekt in der nahen Werrastraße. (Foto: mö)

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