13. Juni 2019, 22:21 Uhr

Zwischen Teufeln und Mördern

13. Juni 2019, 22:21 Uhr
Melissa Heerz als Uli Bösbub (l.) und Hannah Keßler als seine Frau. (Foto: pm)

Wie die Mächte des Bösen und des Guten um die Seelen der Menschen ringen, führt die Theatergruppe des Instituts für Germanistik der Universität am 24. Juni sowie 6. und 19. Juli in Gießen, Grünberg und Hungen vor. Gespielt wird eines der frühesten gegenreformatorischen Stücke der Schweiz: Felix Büchsers Spiel vom Heiligen Meinrad - ein Stück, das ursprünglich 1576 für eine Aufführung in Kloster Einsiedeln verfasst wurde.

An Theaterblut, Rauch und Requisiten wird nicht gespart. Unter Anleitung der Germanistin Prof. Cora Dietl präsentieren zwölf Studierende das Einsiedler Meinradspiel zum Abschluss des Sommersemesters auch am 9. Juli auf dem Kongress der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung des mittelalterlichen Theaters in Genua.

Die asketische Frömmelei sei doch nur »Beschiss und Betrug«, um Wallfahrern das Geld aus der Tasche zu ziehen, meinen die Räuber Richard und Peter, als sie den Hl. Meinrad in seiner Klause im Wald am Einsiedler See überfallen und erschlagen, weil er ihnen nicht sagen kann, wo er seine angeblichen Schätze versteckt hat. Das Unverständnis für eine andere, religiös begründete Lebensweise dient als Motor für eine letztlich aus Besitzgier motivierte Gewalttat. Damit hat Felix Büchser im Jahr 1576 ein überzeitliches Phänomen beschrieben, als er, eigentlich Altarmaler und Schnitzer, im Auftrag des Klosters Einsiedeln ein Theaterstück über den Patron des Klosters verfasste.

Das Einsiedler Meinradspiel ist eines der Stücke, die im Rahmen des an der JLU angesiedelten DFG-Projekts »Inszenierungen von Heiligkeit im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen« behandelt werden. Als eines der frühesten gegenreformatorischen Stücke der Schweiz stellt es ein theaterhistorisches Kuriosum dar, da es spätmittelalterliche und barocke Strukturen miteinander verbindet, sodass die Aussage des Stücks umso stärker hervorgehoben wird. Das wird in der zweiten Hälfte des ursprünglich zweitägigen Spiels besonders deutlich, auf die sich die Aufführung der Gießener Theatergruppe beschränkt.

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