23. Mai 2018, 21:50 Uhr

Unsicher und schadstoffreich

23. Mai 2018, 21:50 Uhr
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Aus der Redaktion

Viele Kinder-Hochstühle sind gefährlich, wenig komfortabel oder enthalten Schadstoffe. Nur drei Stühle sind zu empfehlen, lautet das Fazit der Stiftung Warentest bei einer Prüfung von 20 Kinderhochstühlen zu Preisen von 21 bis 480 Euro. Insgesamt waren elf Stühle mangelhaft, einer ausreichend, fünf befriedigend und nur drei waren gut.

Die konstruktiven Mängel bei den Sitzen können zu schweren Verletzungen führen: Im Kinderhochstuhl »Tamino« von Geuther zum Beispiel können Kinder die Beine durch eine Öffnung stecken und durchrutschen. Es sei lebensgefährlich, wenn der Kopf im Stuhl hängen bleibe.

Der Stuhl »Hauck Alpha+« lasse so viel Platz zwischen Bügel und Sitz, dass Kinder problemlos aus dem Sitz klettern können. Der mitgelieferte Sitzgurt ist nur mit einem Klettverschluss befestigt. Geschwister können ihn leicht lösen. Weitere acht geprüfte Stühle sind so gebaut, dass Kinder allein herausklettern können. Die Tester raten Eltern, Kinder in diesen Sitzen unbedingt anzuschnallen.

Wenn Kinder anfangen im Hochstuhl zu sitzen, stecken sie alles in den Mund. Sie lutschen an den Polstern oder verteilen das Essen auf dem Tischchen, bevor sie es essen. In den Sitzpolstern von »Herlag« und »Roba« fanden die Tester sehr hohe Mengen an Formaldehyd. Das Mittel zur Textilveredlung reizt Haut und Schleimhäute. Es kann Krebs sowie allergische Hautreaktionen auslösen.

Im Polster des »Roba«-Hochstuhls fanden die Tester auch hohe Mengen Naphthalin – genauso wie im Chicco, Fillikid, Pinolino und TecTake. Der polyzyklische Kohlenwasserstoff kann vermutlich Krebs auslösen. Darüber hinaus enthält das Polster von »TecTake« die Weichmacher DINP (Diisononylphthalat) und DEHP (Diethylhexylphthalat). Vor allem DEHP kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, das Kind im Mutterleib schädigen.

Krebserregender Stoff im Polster

Im Sitzpolster des »Peg Pérego« stellte die Stiftung Warentest hohe Mengen TDCPP fest – ein Flammschutzmittel, das vermutlich ebenfalls Krebs erzeugen kann.

»All diese Schadstoffe haben in Kinderhochstühlen nichts verloren. Offenbar vernachlässigen einige Anbieter die Qualitätskontrollen«, sagt Dr. Axel Neisser, wissenschaftlicher Leiter bei der Stiftung Warentest. Der Test Kinderhochstühle findet sich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und ist unter www.test.de abrufbar.



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