08. Januar 2020, 20:09 Uhr

»Vorbild für Friseurbranche«

08. Januar 2020, 20:09 Uhr
Symbolische Scherenübergabe: Doris Leidner (r.) übergibt das Werkzeug an die neue Chefin des Salons, Nadine Harendza. FOTO: PV

»40 Jahre ein kleines Unternehmen erfolgreich zu führen, ist heute nicht mehr alltäglich.« Mit diesen Worten hat Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Friseurmeisterin Doris Leidner (65) gewürdigt. Sie hat am vergangenen Samstag in einer bewegenden Feier ihr Geschäft in Klein-Karben an Nachfolgerin Nadine Harendza (30) übergeben.

Die »Scherenübergabe« erlebten mehr als 200 Gäste im Groß-Karbener Saal »Bei Anna« mit, darunter viele langjährige Kunden. »Ich hatte Tränen in den Augen« sagt eine von ihnen, als sie sich von Doris Leidner verabschiedet. Einige der Gäste sind bereits seit der Eröffnung vor 40 Jahren Kunden im Salon Leidner. In seiner Rede macht Bürgermeister Rahn deutlich, dass er solche kleine Unternehmen mit Stolz würdigt, von ihnen lebe die Stadt.

»Du übergibst heute dein Lebenswerk«, erinnert Uwe Groen vom Haarpflegespezialisten Wella. »Sie reden nicht nur, Sie machen, und Sie produzieren Ergebnisse«, beschreibt Johannes Laspe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft in der Wetterau, die Karbenerin in einer Videobotschaft. Sie ist zugleich Obermeisterin der Friseure im Kreis. »Der Friseur-Innung geht es richtig gut - dafür danke ich Ihnen«, sagt Laspe. Die Tätigkeit als Obermeisterin führt Doris Leidner fort. »Du hast uns alle weitergebracht, wir sind dir so dankbar«, erklärt ihr Stellvertreter Antonio La Palermo.

Ihr Mitarbeiterteam beschreibt die scheidende Chefin zwar als streng. »Aber das ist auch gut so«, findet Mitarbeiterin Claudia Beck, »sonst wäre ich nicht schon seit 18 Jahren bei ihr und würde heute nicht dastehen, wo ich bin«. Becks Kollegin Betül Cakmak unterstreicht: »Wir wären längst nicht so gut, wenn Frau Leidner nicht wäre.« Tobi Kämmerer, Moderator der HR3-Morningshow, wendet sich in einer Videobotschaft an Doris Leidner: »Mit Dir geht ja eine Institution, aber Du wirst immer eine Institution bleiben.« Die beiden hatten sich im vergangenen Jahr bei einem Seminar schätzen gelernt. »Es war ein Genuss, dich kennenzulernen«, erinnert sich Kämmerer. Sein Coaching-Kollege Tom Esche fügt hinzu, dass Leidner ja noch ein paar Ämter innehabe, dass sie auf Trab halten wird. »Aber du hast auch etwas mehr Zeit für dich«, sagt Esche.

Durch das Programm der sehr persönlichen Feier führte Sohn Christopher Leidner (35), er organisierte sie zusammen mit seinem Bruder Patrick. »Ohne die zahlreichen Helfer wäre das aber gar nicht möglich gewesen«, sagt der Sohn. Warum überhaupt eine derart große Feier? »Meine Mutter hat so viel geleistet, sie hat es einfach verdient«, findet Christopher Leidner. »Sie ist so ein dankbarer Mensch, es war an der Zeit auch ihr einmal Danke zu sagen.« Seine Zielstrebigkeit, ist er sich sicher, habe er von ihr geerbt.

Spende für die Feuerwehr

Auf die vergangenen 40 Jahre können die Gäste in einer Bilderschau zurückblicken. Anschließend übergibt Leidner symbolisch eine große Schere an ihre Nachfolgerin. »Frau Leidner ist eine besondere und ehrgeizige Frau, einfach top. Ich habe ihr so viel zu verdanken«, sagt Nadine Harendza. »Immer am Ball bleiben und eine glückliche Hand haben, sowohl im Handwerk, aber auch in Sachen Personalführung. Aber Sie schaffen das«, macht ihr Leidner Mut. Sie wird ihre Nachfolgerin auch praktisch unterstützen: Leidner gliedert sich ins Team ein und arbeitet weiter mit. Beide Frauen kennen sich schon seit zehn Jahren: So lange arbeitet Harendza bereits im Salon.

Einen letzten Haarschnitt nimmt Leidner als Chefin noch vor: Am gleichen Abend auf der Bühne. Gewinnen können ihn die Gäste bei einer Tombola - ebenso wie weitere Preise. Den Erlös spendet die scheidende Chefin. So kommen 1523 Euro für die Jugendfeuerwehr der Stadt zusammen. Bürgermeister Rahn nimmt den Scheck mit Freude und Erstaunen entgegen: »Dass Sie an Ihrem Abend dann auch noch an die Jugend denken und es auch noch innerhalb unserer Stadt weitergeben, das zeichnet Sie aus.«

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