04. Februar 2021, 21:22 Uhr

30 000 Bäume werden gepflanzt

04. Februar 2021, 21:22 Uhr
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Von Rolf Schwickert
Der Waldwirtschaftsplan sieht eine großräumige Wiederaufforstung vor. SYMBOLFOTO: RS

Mücke (rs). Im Gemeindewald sollen rund 30 000 Bäume gepflanzt werden. Das klingt positiv. Allerdings gibt der Anlass zu bedenken, denn mit den jungen Bäumen werden wieder Freiflächen aufgeforstet, die durch absterbende Bäume nach Trockenheit und Borkenkäferbefalle entstanden sind. Und die Perspektive erscheint trotz aller Bemühungen nicht günstig, wie Bürgermeister Andreas Sommer in Ausschüssen dieser Tage erläuterte.

Das Thema Waldwirtschaftsplan 2021 wurde im Vorfeld der Gemeindevertretersitzung in der kommenden Woche behandelt. Der Plan zum 386,2 Hektar große Kommunalwald sieht ein knappes Minus von rund 4000 Euro vor.

Erfreulich sind nach Angaben von Sommer die hohen Erlöse, aber sie kommen bedauerlicherweise aus Kalamitäten oder Zwangsnutzungen. »Wir müssen uns von unseren Fichtenbeständen verabschieden«, brachte es der gelernte Förster auf den Punkt. Acht Euro je Festmeter sägefähigen Holzes bedeute einen homöopatisch geringen Erlös, geringere Qualitäten würden noch viel weniger erbringen. »Wir verlieren einen Großteil unserer Vorräte, und die Kahlflächen müssen wieder aufgestockt werden«, berichtete Sommer. Ende des laufenden Jahres werde es rund 40 Hektar Freifläche geben, das bedeute je Hektar 100 000 Euro zur Aufforstung. »Das ist also utopisch«, formulierte es der Bürgermeister drastisch. Es müssten auch noch andere Maßnahmen ergriffen werden.

Die Wiederaufforstung beginnt mit rund 30 000 Bäumen (das werden rund fünf Hektar abdecken) mit Eichen Buchen und Linden. Mit der Wiederaufforstung so schnell wie möglich zu beginnen hat laut Sommer zwei Gründe: Zum einen sind die Fläche jetzt noch frei, später gibt es verdrängende Sträucher wie Brombeere, »und jetzt bekommen wir auch die entsprechenden Zuschüsse«, warf der Bürgermeister den finanziellen Aspekt in die Waagschale. Derzeit bekomme man 45 000 Euro vom Land, das sollte man nutzen, so lange es mit einer rund 85-prozentigen Förderquote fließe. Angestrebt werde, jedes Jahr sechs bis zehn Hektar wieder aufzuforsten. Aber bei allen Bemühungen: »Wir werden Abstriche vom Wald alter Prägung machen müssen«, unterstrich der Bürgermeister. Bereits in nächster Zeit müssten noch sieben bis acht Hektar gefällt werden, weil sie krank seien.

Vor dem Hintergrund der starken Niederschläge der vergangenen Tage mit mehrfachem Hochwasser relativierte Sommer den möglichen Nutzen gegen die Trockenheit: »Der Niederschlag der letzten Tage hatte einen positiven Einfluss. Hoffen wir das Beste, wenn die Bäume noch grün sind. Aber der aktuelle Einschlag stand in einem feuchten Tal und musste jetzt weg.«

Alternativ sieht der Bürgermeister als erstrebenswert, die Bewirtschaftung im Sinne einer Nutzung für Ökopunkte umzustellen. »Dann sind die Waldbestände auch auf lange Zeit gesichert«, betonte er. Die Ausschüsse empfahlen den Waldwirtschaftsplan jeweils einstimmig zur Annahme.



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