07. Dezember 2021, 21:27 Uhr

500 Grad Raumtemperatur

07. Dezember 2021, 21:27 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Bei der Ausbildung müssen die Feuerwehrleute unter Atemschutz eine Puppe aus dem verqualmten Bereich bergen. FOTO: PM

»Wohnungsbrand, eine Person vermisst!« - so klingt immer wieder das Einsatzstichwort für die Feuerwehr. Auf die extreme körperliche und psychische Belastung bei einer Rettungsaktion in einem brennenden Gebäude müssen Feuerwehrleute vorbereitet sein. Das gilt besonders für die Aktiven, die in das Gebäude vordringen. Eine realitätsnahe Ausbildung hat nun die Feuerwehr Mücke ihren Atemschutzgeräteträger angeboten. Das sind die Einsatzkräfte, die als erste in ein brennendes Gebäude vorgehen, um Menschen zu retten und das Feuer aus kurzer Distanz bekämpfen.

20 Kilogramm Ausrüstung

Zunächst erhielten die 80 Teilnehmenden online eine theoretische Unterweisung. Der praktische Teil stand am Samstag und Sonntag auf dem Programm. Als Übungsobjekt diente ein feststoffbefeuerter Container, in dem verschiedene Übungsszenarien für einen Wohnungsbrand durchgeführt wurden. Das Augenmerk lag darauf, möglichst effizient in einem komplett verrauchten Bereich ohne Sicht vorgehen zu können.

Wie wichtig dabei die Arbeit im Team ist, wurde den Einsatzkräften deutlich bewusst. Mit Schlauch und etwa 20 Kilogramm Ausrüstung haben die Retter die nachgestellte Wohnung nach vermissten Personen abgesucht. Auch weitere Gefahren wie Gasflaschen suchten die Feuerwehrleute. Im angrenzenden Brandraum, der auf etwa 500 Grad Celsius aufgeheizt war, musste der Rauch mit dem Strahlrohr heruntergekühlt und das Feuer bekämpft werden. Der Durchgang für einen Trupp dauerte etwa 25 Minuten, so lange reicht in etwa die Atemluft in den Atemschutzgeräten bei Anstrengung.

Im Anschluss an einen Durchgang gab es eine umfangreiche Nachbesprechung mit den Ausbildern, um auf Details einzugehen. Alles in allem resümierten die Teilnehmenden und auch Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser ein äußerst positives Ausbildungswochenende. Das Wissen und das Können wurden deutlich vertieft. An der Übung nahmen auch Wehrleute aus Homberg und Schotten teil. Eine Bereitschaft des DRK Alsfeld war vorsichtshalber mit einem Rettungswagen vor Ort. Neben Kommunalpolitikern machten sich auch interessierte Mitbürger ein Bild vom Ausbildungsstand ihrer ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Danach zeigte sich Vertreter der CDU Mücke beeindruckt.

Mut gehört dazu

»Wir können sehr stolz sein auf unsere Feuerwehrleute«, so die Meinung des Fraktionsvorsitzenden Prof. Hubertus Brunn und von Jürgen Kornmann aus dem Vorstand. Es gehöre Mut dazu, in einen völlig verqualmten Gang einzutauchen und sich ohne jegliche Sicht bei 500 Grad Celsius voranzutasten. Dabei haben die Feuerwehrleute gefährliche Gegenstände aufzufinden und eine »verunglückte Person« zu bergen. Dabei wird im Gang, der die Länge eines Eisenbahnwaggons hat, auch der Umgang mit dem Hohlstrahlrohr geübt.

Gefährlich könne es werden, wenn die Schutzkleidung mit Löschwasser in Berührung komme, weil dann die Schutzwirkung verloren geht. Die körperliche Belastung sei hoch. Wer die Übung gesehen habe, weiß, weshalb die CDU im Gemeindeparlament die Feuerwehr unterstütze.



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