07. Juli 2021, 21:47 Uhr

Ärger wegen Baustellenbeleuchtung

07. Juli 2021, 21:47 Uhr
Naturschützer protestieren gegen die Beleuchtung und den Zaun im Danennröder Wald, die Tiere vertreiben würden. Die Deges sieht darin kein Problem. FOTO: PM

Die nächtliche Beleuchtung der Baustelle für die Autobahntrasse im Dannenröder Wald stößt auf Protest. Kirsten Prößdorf von den Parents for Future sieht darin sogar einen Verstoß gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Autobahn. Besonders gestört werde die Fledermausart Großes Mausohr. Die Planungsgesellschaft Deges widerspricht der Kritik. Die Scheinwerfer dienten dem Schutz der Baustelle und seien zulässig. Zudem sei die Beleuchtung bereits heruntergedimmt worden.

In einem offenen Brief an die Naturschutzbehörden in Lauterbach und Gießen heißt es seitens der Organisation Parents for Future (Eltern für die Zukunft), die Beleuchtung für die Bauarbeiten sei zum Schutz von Fledermäusen nur mit strengen Auflagen erlaubt.

Das Kunstlicht sei vor allem für die im Dannenröder Forst beheimatete lichtscheue Fledermausart Großes Mausohr sehr nachteilig. Deshalb seien der Verzicht auf direktes Kunstlicht und eine Abschwächung der Beleuchtungsstärke notwendig.

Pia Verheyen von der Deges bestätigt, dass ein Teil der Trasse im Dannenröder Wald beleuchtet wird. Das diene der Prävention von Straftaten und unterliege dem Gefahrenabwehrrecht. »Damit die dortige Fledermauspopulation nicht beeinträchtigt wird, wurde die Beleuchtung Anfang Mai deutlich reduziert.«

Dabei arbeite die Deges mit einem Fachbüro zusammen, das auf Artenschutzfragen, insbesondere der Fledermaus, spezialisiert ist. Das Büro habe die Anweisungen für die technische Reduktion des Lichts erteilt. Sowohl die Fachleute als auch die zuständige Naturschutzbehörde seien der Auffassung, dass die aktuell eingesetzte Beleuchtung die Fledermauspopulation vor Ort nicht wesentlich beeinträchtigt, teilt Verheyen weiter mit.

Deges: Fledermaus wird nicht gestört

Die Bauarbeiten für die Autobahn 49 würden durch mehrere Fachbüros im Hinblick auf den Artenschutz überwacht. Die Deges und die Bauunternehmen stünden in engem Austausch über alle Maßnahmen, die notwendig sind, um die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses zum Artenschutz einzuhalten.

Die Sicherheitsbedenken kann Kritikerin Prößdorf nicht nachvollziehen. So werde auch ein Teil der Trasse ausgeleuchtet, an dem gar keine Baufahrzeuge zu sehen seien. Der Hauptarbeitsbereich bleibe nachts unbeleuchtet. Der Bereich, an dem teure Baufahrzeuge parken, werde nicht einmal durch einen Zaun geschützt. Demgegenüber sei der Zaun im Waldstück nicht geschlossen und »keine Barriere«. Da der Zaun für Tiere ein Hindernis bildet, liege ein weiterer Verstoß gegen den Planfeststellungsbeschluss vor. Denn darin wird festgestellt, dass die Zerschneidungswirkung durch »Querungshilfen« minimiert werden soll. Diese fehlen.

Prößdorf fordert die Naturschutzbehörden dazu auf, dafür zu sorgen, »dass die Hindernisse und die Lichtquellen im Wald verschwinden«.

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