21. September 2022, 21:51 Uhr

»Alarmstufe Rot« bei Kliniken

21. September 2022, 21:51 Uhr
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Aus der Redaktion
Krankenhausmitarbeiter rufen gemeinsam zur Aktion im Gesundheitswesen auf. FOTO: PM

Mehr als zwei Jahre Pandemie und kein Ende in Sicht, Preissteigerungen für Energie, Medizinprodukte und Dienstleistungen bringen Deutschlands Krankenhäuser flächendeckend in wirtschaftliche Nöte. Grund genug für die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) in Berlin als Bundesverband der Krankenhausträger, die Aktion »Alarmstufe Rot - Krankenhäuser in Gefahr« ins Leben zu rufen.

An der bundesweiten Kampagne beteiligen sich auch das Krankenhaus Eichhof in Lauterbach und das Kreiskrankenhaus in Alsfeld. Mit Aktionen vor Ort und einer Online-Petition unter www.dkgev.de wollen der Bundesverband und die Krankenhäuser in allen Bundesländern gemeinsam auf die prekäre Lage aufmerksam machen.

Nicht nur Mitarbeitende, sondern auch die Bevölkerung sind aufgerufen, die Petition zu unterzeichnen, »sodass die Bundespolitik Maßnahmen ergreift, um den stationären Gesundheitsversorgern unter die Arme zu greifen«.

Seit Anfang September tourt die DKG mit einem Info-Mobil durch ganz Deutschland, hält Pressekonferenzen ab und fordert die Krankenhäuser zu öffentlichkeitswirksamen Beteiligungen auf. Damit sollen die Medien und die Bevölkerung auf die wirtschaftliche Schieflage im stationären Gesundheitswesen aufmerksam gemacht werden.

Im Falle der beiden Krankenhäuser im Vogelsberg haben jeweils 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus beiden Häusern mit roten T-Shirts, Luftballons und Plakaten auf den Aktionstag in Hessen aufmerksam gemacht und sich aktiv beteiligt. In Presse und in den sozialen Medien, mit Posts und Videos wird flächendeckend dazu aufgerufen, sich an der Petition zu beteiligen.

»Wir benötigen einen Rettungsschirm durch die Bundespolitik bei der Bewältigung der derzeitigen Herausforderungen«, erklärt der Vorstand der Eichhof-Stiftung Lauterbach, Mathias Rauwolf. Neben finanzieller Unterstützung als Ausgleich für die hohe Inflationsrate und exorbitant steigender Energiepreise stehe zusätzlich der nächste Corona-Winter mit einer sich abzeichnenden hohen Erkrankungswelle vor der Tür, warnt Rauwolf.

Forderungen an die Politiker

Sein Kollege vom Kreiskrankenhaus Alsfeld, Geschäftsführer Volker Röhrig, pflichtet ihm bei: »Um bei derartigen, nicht beeinflussbaren Kostensteigerungen einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb für das kommende Jahr sicherzustellen, würden die Krankenhäuser ohne Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen zu noch größeren Sparmaßnahmen gezwungen werden. Dass dies nicht ohne Einschränkungen gelingen kann, müsste allen Beteiligten bewusst sein.«

Die beiden Verantwortlichen der Krankenhäuser im Vogelsberg sind sich einig, »dass es nur gemeinsam geht im Schulterschluss der Gesundheitsversorger, im Dialog mit den gewählten Politikern vor Ort und in der Bundesregierung, vor allem aber durch die Beteiligung der Bevölkerung in Deutschland. Die Politik muss zum Handeln aufgefordert werden.« Um eine möglichst große Resonanz in der Gesellschaft zu erzielen, brauche es eine breite Unterstützung. »Wir sehen uns ja nicht nur der bedrohlich wirtschaftlichen Lage der Kliniken gegenüber, sondern auch dem weiter steigenden Personalmangel. Mit einem ›Weiter so‹ werden Krankenhausschließungen in ganz Deutschland unumgänglich werden und das geht zu Lasten der Versorgung der Patienen«, so Rauwolf und Röhrig abschließend.



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