10. November 2015, 18:43 Uhr

Ausgezeichnete Schule: Flüchtlinge gut gefördert

Alsfeld (pm). Der Deichmann-Förderpreis zeichnet Projekte aus, die sich bei der Integration von benachteiligten Jugendlichen besonders engagieren. Unter den Preisträgern war dieses Jahr die Max-Eyth-Schule Alsfeld.
10. November 2015, 18:43 Uhr
Deichmann-Förderpreis für die Max-Eyth-Schule, die Initiatoren des Projekts und Schüler mit Heinrich Deichmann und Schirmherrin Nazan Eckes. (Foto: Deichmann)

Die MES wurde mit dem Platz drei in der Kategorie »Schulische Präventivmaßnahmen« ausgezeichnet. Sie erhielt dafür ein Preisgeld von 5000 Euro. Die Schule hat speziell für jugendliche Flüchtlinge DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) eingerichtet. Da wird ihnen nicht nur die deutsche Sprache vermittelt, sondern sie werden zusätzlich auf den Übergang zur Regelschule vorbereitet oder bei der Suche nach einer Ausbildung unterstützt.

Die momentane Entwicklung macht den Preis so aktuell wie noch nie zuvor: Das beherrschende Thema in der öffentlichen Diskussion ist die große Anzahl an Flüchtlingen, die in Deutschland Asyl sucht. Am 10. November 2015 überreichte der Essener Unternehmer Heinrich Deichmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Europas größtem Schuheinzelhändler Deichmann, zehn Projekten Preisgelder von insgesamt 100 000 Euro. Die Hälfte der Preisträger widmet sich insbesondere der Integration von jungen Flüchtlingen. So unterstützt die Verbund für Soziale Projekte gGmbH aus Schwerin junge Asylsuchende maßgeblich dabei, dass sie Deutschkenntnisse erlangen und in Arbeitsstellen vermittelt werden.

In der Kategorie »Berufliche Förderung durch Unternehmen« belegt die Kleiner GmbH Stanztechnik den 1. Platz. Das Unternehmen aus Pforzheim ermöglicht Jugendlichen, die seit langer Zeit arbeitslos sind oder keinen Schulabschluss haben, eine Berufsausbildung mit zusätzlicher Unterstützung. In der Kategorie »Berufliche Förderung durch Vereine, öffentliche Initiativen und kirchliche Organisationen« belegt die Verbund für Soziale Projekte gGmbH mit dem Projekt »Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge« den 1. Platz. In der Kategorie »Schulische Präventivmaßnahmen« gewinnt die Stadtteilschule Wilhelmsburg aus Hamburg. Sie hat 2011 das »Maritime Zentrum Elbinseln« gegründet – ein Lernort für die 1100 Schüler. Da bauen die Jugendlichen ein Boot mit ehrenamtlicher Hilfe von Tischlern.

Mit dem Sonderpreis wurde der Koblenz lernt e.V. ausgezeichnet, der Kindern aus sozialschwachen Familien kostenlosen Nachhilfeunterricht erteilt.

Die Schirmherrschaft übernahm erneut die Moderatorin Nazan Eckes. »Integration ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt und mich wahrscheinlich ein Leben lang begleiten wird«, so die 39-Jährige, die im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern von der Türkei nach Deutschland kam. Heinrich Deichmann: » Unsere Preisträger zeigen vorbildlich, wie jungen Asylsuchenden und anderen benachteiligten Jugendlichen der Weg in Arbeit und Ausbildung geebnet werden kann. Fehlende Deutschkenntnisse, Behinderungen und andere Hemmnisse dürfen Jugendlichen nicht den Zugang zum Arbeits- und Gesellschaftsleben verwehren.«



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