19. Mai 2021, 21:49 Uhr

Fotovoltaikanlage Gemünden

Alternative Energien nötig

19. Mai 2021, 21:49 Uhr
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Aus der Redaktion
Eine Mitarbeiterin betreut einen Solarpark. FOTO: DPA

Leserbrief zum Artikel in der Alsfelder Allgemeine vom 10.05.2021, »Sonne hilft«

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, es war ein interessanter Beitrag, der da am 10. Mai 2021 in der Tageszeitung zu lesen war. Im Zeitungsteil aus dem Vogelsbergkreis wird über die neue Fotovoltaik-Anlage in Ulrichstein berichtet. Das ist eine gute alternative Energiegewinnung und wenig belastend.

Endlich mal keines dieser Windräder, die unsere Landschaft inzwischen so weit sichtbar bestimmen. Auch wurde kein Wald dafür abgeholzt, keine riesigen Zufahrtswege geschaffen. Außerdem sollen solche Anlagen kaum Geräusche produzieren.

Und dann kommt das Ganze ja auch noch von einer Genossenschaft aus unserer Region. Erwirtschaftete Erträge kommen den hiesigen Gemeinden und Mitgliedern der Genossenschaft zu Gute. Andere Energieerzeuger sind oft große Konzerne, da profitiert dann eher der Großinvestor weit weg.

Unsere Region kann Aktivitäten, die das Geld in der Region lassen oder es sogar dorthin bringen, wirklich gut brauchen, denn ab und zu kommt man sich hier im Vogelsberg schon vor, als wäre man von der Politik vergessen, und die Region würde in verschiedenen Aspekten, wie zum Beispiel durch den permanenten Rückbau der öffentlichen Verkehrsmittel, systematisch ausgehungert.

Wasser ins Rhein-Main-Gebiet liefern dürfen wir, aber es findet sich kaum eine akzeptable Verkehrsverbindung, mittels der ich meinen Arbeitsplatz in Frankfurt erreichen kann, ohne sehr viele Stunden mit der Bahn unterwegs zu sein.

In Gemünden ist die für den Ortsteil Ehringshausen geplante Fotovoltaik-Anlage vor Kurzem durch die neu gewählten Gemeindevertreter gestoppt worden. Seinerzeit habe ich gedacht: »Prima, die lassen sich nicht alles gefallen, die neu gewählten Bürgervertreter, und setzen sich gleich gut für die Wähler ein«.

Inzwischen sehe ich das nicht mehr ganz so: Die Anlage hätte schon wohl auch ordentlich Geld in die Kasse der Gemeinde gespült, in der ich wohne. Da wurde aber durch die Bürgervertreter einiges Nachteiliges angeführt, u.a. dass die Anlage eine optische Beeinträchtigung darstellt. Vielleicht auch, weil der Blick auf die direkt dahinter liegende Autobahn, nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist. Nun ja, unsichtbar ist Fotovoltaik nicht.

Unabhängig davon, ob die Entscheidung in Gemünden richtig ist oder nicht, werden wir nicht ohne optische und weitere Änderungen auskommen, wenn wir noch einigermaßen mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen wollen. Wir werden alternative Energien brauchen und wir werden unseren Energieverbrauch umstellen und am besten einschränken müssen. Wir, dass sind wir alle, und nicht alle außer uns. Neben Corona und Klimawandel erscheinen auch der zunehmende Egoismus sowie das kurzfristig auf den eigenen Vorteil ausgelegte Handeln vieler Menschen ein Problem der Gesellschaft unserer Zeit.

Es ist und bleibt eine Herausforderung, dass durch viele Menschen, Gemeindevertreter, Politiker und viele mehr, richtige Entscheidungen für eine lebenswerte Zukunft getroffen werden. An meiner Bahnstrecke nach Frankfurt fordern dazu Graffitis auf, mit den Worten »Denk - Denk -Denk«.

Ulrike Seip, Gemünden



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