09. April 2021, 21:52 Uhr

Anderen Impfstoff nur nach ärztlicher Prüfung

09. April 2021, 21:52 Uhr
Spritzen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff Vaxzevria (blaue Schale), Comirnaty von Biontech/Pfizer und von Moderna. Immer mehr Menschen wollen den Impfstoff von Astrazeneca nicht haben, auch im Vogelsbergkreis gibt es im Impfzentrum vermehrt Debatten darüber. FOTO: DPA

Immer häufiger gab es zuletzt bundesweit Berichte aus Impfzentren, dass Menschen dort die Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca verweigern würden, einfach gehen oder sogar renitent werden. Vielerorts würden die Zentren schon auf dem Stoff sitzenbleiben, weil die Menschen nicht damit geimpft werden wollen.

Auch im Impfzentrum des Vogelsbergkreises sind die Auswirkungen der öffentlichen Diskussionen um das Astrazeneca-Vakzin zu spüren, hieß es jetzt auf Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung.

Wie Dr. Erich Wranze-Bielefeld, Ärztlicher Leiter des Impfzentrums, mitteilt, gibt es »vermehrt Diskussionen« mit Impfwilligen, die vom Terminvergabesystem des Landes einen Impftermin mit dem Präparat von Astrazeneca zugeteilt bekommen haben.

Umbuchung nur nach Prüfung

»Die Diskussionen, die beispielsweise beim Aufklärungsgespräch zu führen sind, nehmen einen immer größeren Raum ein - und verzögern in einzelnen Fällen auch die Abläufe des Impfzentrums.« Um Zeitverzögerungen durch langwierige Diskussionen zu unterbinden und eine umfassende medizinische Aufklärung der Impfwilligen zu gewährleisten, werde ein möglicher Wechsel des vorgesehenen Impfstoffes durch drei Mediziner geprüft.

Dazu müssten Impfwillige aber in schriftlicher Form Unterlagen und Nachweise vorlegen, die aus medizinischer Sicht eine »Umbuchung« auf ein anderes Vakzin rechtfertigen. Denn eigentlich kann man sich den Impfstoff nicht aussuchen, dieser wird einem vorab zugeteilt. Erst nach genauer Prüfung durch den Ärztlichen Leiter des Impfzentrums sowie zwei Amtsärzten des Gesundheitsamtes könne eine Entscheidung über einen möglichen Wechsel des Impfstoffes getroffen werden, sagt Erich Wranze-Bielefeld. Kann medizinisch ein Wechsel des Vakzins nicht begründet werden, so bleibt es beim Impfangebot mit dem Astrazeneca-Vakzin, teilt der Ärztliche Leiter mit. Wer die Impfung mit Astrazeneca ablehnt, der muss sich also unter Umständen noch auf eine längere Wartezeit einstellen.

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