13. Februar 2017, 18:43 Uhr

Vor- und Nachteile der Digitalisierung

13. Februar 2017, 18:43 Uhr

Feldatal-Groß-Felda (au). »Industrie 4.0« bedeutet, dass nach der Erschließung der maschinellen Bewegungsenergie wie Wasserkraft, Dampfmaschine, Elektro- und Verbrennungsmotor, der Massenfertigung mit Fließband und der Nutzung der Computertechnologie nun mit dem Nutzen der Netze eine vierte industrielle Revolution ansteht«, informierte DGB-Geschäftsführer Matthias Körner, der die Nachfolge von Rüdiger Veit als Bundestagskandidat im Wahlkreis 173 Gießen/Vogelsberg antritt, bei der Mitgliederversammlung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Vogelsberg dieser Tage in Groß-Felda.

Dieser Trend bedeute eine Miniaturisierung und Preisverfall durch immer mehr hochwertige Baugruppen komplexerer Produkte. Massenhaft seien universale Steuerungseinheiten zu kaufen. Die Steuerung eines Produktes werde nicht gebaut, sondern programmiert. Alles sei schon da gewesen, stellte Körner in einem Rückblick am Beispiel des historischen Wandels von der Dampfmaschine zum Elektromotor fest. Schritt eins sei damals gewesen, dass ein Elektromotor exakt an die Stelle gesetzt wurde, wo vorher die Dampfmaschine stand – es entstand ein gewisser Rationalisierungseffekt. Schritt zwei folgte dann Jahrzehnte später: Der Elektromotor ersetzte nicht nur einfach die Dampfmaschine, sondern war einzeln und hundertfach an vielen Stellen im Einsatz. Erst das machte den weitgreifenden Wandel der neuen Technologie aus.

Industrie 4.0 sei jedoch nicht nur ein Thema der Industriearbeit, sagte Körner. Auch hochwertige Dienstleistung sei betroffen. Bereits jetzt gebe es in europäischen Ländern Verfahren, die Kleinkredite nach dem Facebook-Verhalten rein maschinell zusagen oder verweigern. Die Verbreitung solcher und ähnlicher Verfahren werde auch industrieferne Bereiche betreffen. Die Geschwindigkeit, in der aus der Idee ein Produkt werde, werde sich weiter beschleunigen. Dabei verliere der Ort an Bedeutung, denn die in immer kleinere Teile zerlegten Arbeitsgegenstände könnten überall hergestellt werden.

Daher sei der Breitbandausbau in den Landkreisen so wichtig. Geklärt werde müsse, welche Wissensbereiche in möglicherweise neuen Berufsbildern zusammenwachsen könnten. Zu Beginn der Veranstaltung im Hotel »Zur Oase« waren Jürgen Adam, Günther Bastian, Sigrid Voigt, Günther Euler und Hans-Jürgen Herbst zu Delegierten gewählt worden. Erwin Roth wurde Ersatzdelegierter.

Informationen über die SPD-AG 60 plus insgesamt gab es dann von Peter Schöbel, dem Vorsitzenden der AG 60 plus Hessen-Süd. Er wies darauf hin, dass in der SPD-AG 60 plus ältere Menschen als Partner von Politik und Gesellschaft zu finden sind.

Deren Engagement reiche von barrierearmer Wohngestaltung oder genossenschaftlichem Wohnungsbau über die Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze, der Vermeidung von Altersarmut, einer guten Versorgung mit Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Gesundheit und Pflege bis hin zur Friedens- und Flüchtlingspolitik.

Die Vogelsberger Vorsitzende Sigrid Voigt dankte nach den regen Diskussionen beiden Referenten und verabschiedete sie mit einem Präsent, bestehend aus Vogelsberger Kartoffelwurst. (Foto: au)

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