12. März 2017, 18:40 Uhr

Gesungene Grüße aus China

Ganz konzentriert sangen die Mädchen »Bruder Jakob«, um danach wieder ein Volkslied aus China anzustimmen. Sehr musikalisch verlief der erste Besuch einer chinesischen Delegation an der größten beruflichen Schule des Kreises, der Max-Eyth-Schule Alsfeld. Daraus soll eine engere Kooperation zwischen jungen Leuten entstehen.
12. März 2017, 18:40 Uhr
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Von Joachim Legatis
Mit Volksliedern und dreistimmigem »Bruder Jakob« erfreut der Mädchenchor beim Delegationsbesuch an der Max-Eyth-Schule.

Mit ihren weiß-blauen Kleidern brachten die Mädchen Farbe in die Aula der Max-Eyth-Schule und auch musikalisch überzeugten die Zehn- bis 13-Jährigen mühelos. Allerdings waren Rhythmus und Texte der Lieder ungewohnt – doch das soll sich ändern, wie am Rande des Besuchs einer Delegation aus Binchou deutlich wurde. Denn die Schulbehörde der Vier-Millionen-Metropole etwa 300 Kilometer entfernt von Peking will im schulischen Bereich mit osthessischen Partnern kooperieren. Der Auftritt des Mädchenchors an der Baichuang-Grundschule bildete also gleichsam die Ouvertüre einer angestrebten Schulpartnerschaft. Das wäre ganz im Sinne des Initiators, des deutsch-chinesischen Kultur- und Wirtschaftsvereins Osthessen, der im vergangenen Jahr gegründet wurde. Er knüpft an frühere Aktivitäten an, wie Lothar R. Behounek, Leiter der Landesmusikakademie in Schlitz, bei dem Besuch der Gruppe in Alsfeld erzählte. So hat im Oktober 2015 ein Kinderchor aus Fulda eine China-Reise mit mehreren Stationen unternommen, dabei gastierte man auch in Binchou.

Der Besuch des Mädchenchors der chinesischen Grundschule ist also gleichsam der Gegenbesuch. Bei ihrem Auftritt in der MES-Aula vor Schülern und Lehrern ernteten die zehn- bis 13-jährigen Schülerinnen starken Applaus, besonders für eine dreistimmige Version von »Bruder Jakob«.

Interessiert an deutscher Sprache

Dabei hat man nicht von ungefähr die berufliche Schule in Alsfeld besucht, wie You Qiung Wang, Manager der Erziehungsbehörde, erläuterte. Er hatte nach einem früheren Besuch in Osthessen besonderes Interesse am beruflichen Erziehungssystem. So will man an der Hochschule der Millionenstadt ein Sprachenzentrum aufbauen, das einen Schwerpunkt auf deutscher Sprache haben soll. Nach Angaben Wangs hat die Hochschule Binchou rund 20 000 Studierende, dazu kommen eine Technische Hochschule und ein berufliches Zentrum, das ähnlich strukturiert sei wie die MES.

Eine Kooperation der beiden beruflichen Schulen wäre interessant, sagte der Behördenvertreter im Gespräch mit dem Alsfelder Schulleiter Friedhelm Walther. Das passe gut in das Profil der Europaschule, wie Walther ergänzte. Man wolle die internationalen Kontakte auch über die Grenzen Europas hinaus ausbauen. Deshalb freute er sich über diesen neuen Kontakt nach China.

Das wäre ganz im Sinne des Kultur- und Wirtschaftsvereins, wie Behounek ergänzte. Vor etwa fünf Jahren habe die Musikakademie erste Kontakte geknüpft. Im Juli 2016 reiste eine Gruppe Schulleiter und Bürgermeister in verschiedene Städte Chinas, nun kam der fünftägige Gegenbesuch zustande. »Wir wollen Osthessen mit dem neuen Verein mit mehr Leben erfüllen,« dazu sollen die musikalischen und wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut werden, sagte Behounek. Bei der Osthessen-Rundreise mit mehreren Stationen in Schlitz, Fulda, Lauterbach und Alsfeld wolle man ausloten, was überhaupt möglich ist.

Der Wunsch nach einer Zusammenarbeit besteht, sagte Walther. Nun gehe es darum, nach Austauschprogrammen zu suchen, um das zu erreichen.



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