21. März 2017, 19:27 Uhr

Ganzer Abend »auf Platt«

21. März 2017, 19:27 Uhr
Karl-Heinz Theiß, hier als Nachtwächter mit Kuhhorn. (Foto: sf)

Dieter Reichel vom Förderverein Hallenbad begrüßt jetzt Karl-Heinz Theiß aus Gemünden im »Aquariohm« zu einem Vortrag. Den Mundartpfleger und Gedichteschreiber kündigte er passend an mit »Gun owed ihr Leud, de Karl-Heinz mächt das goud – en auch en schiene Owed«.

Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Mundart noch immer nicht ausgestorben, sondern sie erlebt eine wahre Renaissance. Denn Mundart bedeutet ein Stück Heimat. Geschichten, die man im Dialekt erlebt hat, kann man oft im Hochdeutschen nicht wiedergeben. Alte Anekdoten, Geschichten von früher, schon fast vergessene Worte – all das kam wieder zur Sprache.

Man hatte die Tische in Gruppen gestellt und so saßen die Besucher beieinander. Karl-Heinz Theiß schaute zunächst auf die Sprachgeschichte. Unser Dialekt hat fränkische Wurzeln und wird entlang der Mosel gesprochen. »So können wir uns auch gut mit den Luxemburgern unterhalten.« Das eigentlich Hochdeutsche hat erst Martin Luther vor 500 Jahren geprägt.

Denn die Regionen haben unterschiedliche Dialekte. Auch der hessische Dialekt ist bunt, so sind Teile durch Hugenotten mitbestimmt. Das Jonglieren mit der Sprache und den Worten habe von jeher Spaß gemacht. Auch steckt der Schabernack in den Menschen, und vieles wurde in den Reimversen niedergeschrieben. Viele Gedichte beschrieben auch das karge und harte Leben der Bewohner im Vogelsberg. Zu hören waren Gedichte von Peter Fuchs aus Wohnfeld, Ernst Eimer aus Groß-Eichen und von Lutz Dönges. Da ging es um die »Weibsleud«, um eine »bittere Kur«, eine spannende »Beichte« oder um einen echten Fresser und Nimmersatt. Aber auch der »Kirchgang«, der »Stammtisch« und Wissenswertes über »Schullehrer und Pastoren« gab es zu hören.

Es ging um die Unterschiede der Stadt- und Landkinder, aber auch die Treibjagd und die schlaue Katze kamen zu ihrem Recht. Selbst der Nachtwächter kam zu Wort. Einer, der nachts alles sieht und hört und jedes Mal zur vollen Stunde in das Kuhhorn bläst. Die Zuhörer hatten viel Spaß und es wurde immer wieder viel applaudiert. Den Dialekt erhalten könne man aber nur, wenn man ihn spricht.

Es konnten dann noch Redensarten im Dialekt, auf ein Plakat gedruckt, erworben werden. Der Erlös der Veranstaltung wird von Karl-Heinz Theiß gespendet. Er übergibt den Betrag an die Clown-Doktoren in Gießen.

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