24. März 2017, 19:51 Uhr

Fachkräfte dringend gesucht

24. März 2017, 19:51 Uhr
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Aus der Redaktion

Über die Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz und Tagesklinik informierten sich kürzlich Vertreter der CDU. Die zu Vitos Gießen-Marburg zugehörige Einrichtung betreut für den Vogelsberg sowie teilweise auch für benachbarte Kreise Kinder und Jugendliche zwischen drei und 21 Jahren ambulant und teilstationär. Dr. Birgit Klug, ärztliche Leitung des Hauses und Marc Engelhard, Geschäftsführer von Vitos Gießen-Marburg, stellten beim Rundgang den 2012 in Betrieb genommenen Neubau in der Jahnstraße vor. Dort stehen in der Tagesklinik zwölf Plätze zur Verfügung. In der Ambulanz werden pro Quartal etwa 600 Kinder und Jugendliche betreut.

Im modernen Gebäude können in der Tagesklinik zwölf Kinder und Jugendliche betreut werden, die während des durchschnittlich drei bis fünf Monate dauernden Aufenthaltes in zwei Klassen auch beschult werden. Nach dem Unterricht und dem Mittagessen, das die Älteren teilweise selber zubereiten, finden verschiedene Maßnahmen statt. Ergo-, Psycho-, und Bewegungstherapie sowie sozialpädagogische Gruppeninterventionen werden durch Gespräche mit den Eltern abgerundet.

Das Spektrum der Störungsbilder ist breit gefächert. Es reicht von Schulproblemen, Lese/Rechtschreib- oder Rechen-, autistischen Störungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS/ADHS), emotionalen bzw. depressiven Beeinträchtigungen bis hin zu Psychosen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Persönlichkeitsstörungen. Auf die wachsende Häufigkeit psychischer Erkrankungen angesprochen stellte Birgit Kluge fest, dass ungünstige Umweltfaktoren zu einer Zunahme führen. Gleichzeitig würden Krankheitsbilder besser erkannt und wahrgenommen. Auch dies führe zu einer steigenden Nachfrage. Obwohl Wartezeiten bestehen, stoße man angesichts des Mangels an Fachkräften an Grenzen, erläuterte Marc Engelhard.

Ohne Auto geht wenig

Dies ist gerade im ländlichen Raum ein Problem. Nur eine Mitarbeiterin der Einrichtung ist aus Alsfeld. Nicht nur für das Personal, auch für Patienten und Eltern wünschen sich die Vitos-Führungskräfte einen besseren Anschluss Alsfelds an den öffentlichen Personennahverkehr oder alternative Lösungen. »Ohne eigenes Auto zu den Elterngesprächen zu kommen, kann eine Herausforderung sein.«

Mit Schulen und dem Jugendamt bestehe eine gute Zusammenarbeit. Ein verstärkter Ausbau der Kooperationen etwa in regionalen Arbeitsgruppen oder Sozialraumkonferenzen wurde angesprochen.



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