08. Juni 2017, 21:00 Uhr

Muckibude für Lehrer

Fitnessgeräte für Lehrer, moderne Maschinen und eine große Bereitschaft zur euro-asiatischen Schulkooperation. Voller Eindrücke kehrten Vertreter der Max-Eyth-Schule von einer Fahrt nach China zurück. Sie berichteten von Sondierungsgesprächen mit beruflichen Schulen in Binzhou und Pingyao, etwa 600 Kilometer südlich von Peking.
08. Juni 2017, 21:00 Uhr
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Von Joachim Legatis
In der Beruflichen Schule von Binzhou sahen Helmut Reitschky (2. v. l.) und Friedhelm Walther (Mitte) eine Ausstellung zur Geschichte und Erfolgen der Einrichtung. (Foto: pm)

Ihre chinesischen Gesprächspartner hätten am liebsten sofort eine Schulpartnerschaft auf den Weg gebracht, aber da mussten die deutschen Besucher abwiegeln. Zuerst sollen die Rahmenbedingungen für eine Kooperation zwischen der Max-Eyth-Schule Alsfeld und einer beruflichen Schule in Binzhou oder in Pingyao geklärt werden.

»Wir haben mit zwei Schulen Sondierungsgespräche geführt und prüfen nun, welche Förderprogramme greifen«, sagt Schulleiter Friedhelm Walther. Er und Stellvertreter Helmut Reitschky haben beim Besuch erfahren, dass die chinesischen Gesprächspartner von der schnellen Truppe sind. »Am liebsten würden sie heute entscheiden und morgen loslegen«, erläuterte Reitschky bei einem Vortrag im Lehrerkollegium.

Großes Interesse besteht am Lehreraustausch, die Kooperationen soll in den Bereichen Mechatronik und Touristik beginnen. Zudem werden Sportvereine gesucht, um eine Zusammenarbeit mit dem fußballbegeiserten China auf den Weg zu bringen. In den beiden Städten abseits der Touristen-Hochburgen Peking und Shanghai waren die beiden Alsfelder die einzigen Ausländer. Im Herbst ist der Gegenbesuch einer Delegation aus dem asiatischen Land vorgesehen.

Beeindruckt waren Reitschky und Walther von der Ausstattung der beruflichen Schulen. Sie waren eine gute Woche in Binzhou und Pingyao, zwei Städten etwa 600 Kilometer südlich von Peking. Hintergrund war der seit Jahren laufende Austausch der Landesmusikakademie Schlitz mit Partnern in China. Über diesen Kontakt war kürzlich der Besuch von Berufsschullehrern in Alsfeld zustande gekommen. Beim Gegenbesuch lernten Walther und Reitschky ein dynamisches Land kennen, in dem Bildung einen hohen Stellenwert genießt.

Mit Schweißroboter

Die berufliche Schule bildet 4000 junge Leute aus, 500 Lehrer stehen bereit. Unter den vielen Ausbildungsgängen ist Reitschky die Ausbildung zum Schiffsoffizier aufgefallen. In der Metallverarbeitung wird vollschulisch ausgebildet, was aber zu Reibungsverlusten mit der Industrie führt »Sie haben großes Interesse an der dualen Ausbildung, um eine bessere Verknüpfung mit der Praxis hinzubekomen«, sagte Reitschky.

Dabei geht es auch um bessere Teamfähigkeit. Weil bislang in China vieles hierarchisch geregelt wird, erwartet jeder Beschäftigte klare Vorgaben für die Arbeit. Dass man selbstständig seine Aufgaben erledigt, ist nicht vorgesehen, was Teamarbeit erschwert.

Die Ausstattung der Schule ist hervorragend, waren sich Reitschky und Walther einig. Die Textilabteilung entwirft eine eigene Modekollektion. Die Maschinen zum Beispiel zur Metallzerspanung sind hochwertig, dafür fehlen Lehrer, die damit umgehen können. Die Schule hat eine eigene Sportarena, eine Ausstellung und ein Schwimmbad.

Ähnlich gut ausgestattet ist die berufliche Schule in Pingyao, 600 Kilometer westlich von Binzhou. Dort gibt es rund 4300 Schülerinnen und Schüler, die von rund 500 Lehrern betreut werden.

Beeindruckt waren die deutschen Besucher auch dort von der hochwertigen Ausstattung der Schule, die offenbar über große Mittel für Anschffungen verfügt.

So haben die Besucher moderne CNC-Technik gesehen, die Schüler arbeiten mit einem Plasma-Schweißgerät und haben sogar einem Schweißroboter. Offenbar legt man dabei auf die Gesundheit viel Wert: Bemerkenswert in Pingyao ist das Fitnessstudio für die Lehrer.



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