25. Januar 2018, 19:17 Uhr

Von Aktien bis Studi-Wohnung

Wohnungen für Studenten, Kredite für Bauern und digitale Beratung beim Aktienkauf. Die VR Bank HessenLand ist von einer Bank zum breit aufgestellten Finanzdienstleister gewachsen. Und das erfolgreich. Die Bilanz 2017 weist ein überdurchschnittliches Wachstum bei Krediten auf.
25. Januar 2018, 19:17 Uhr

Seit 160 Jahren ist die VR Bank HessenLand mit Hauptsitz in Alsfeld als Genossenschaft am Markt. Doch lange Tradition bedeutet nicht, sich auf dem Erreichten auszuruhen. Vielmehr expandiert die Bank in den Immobilienbereich, investiert in digitale Beratungsangebote, um mehr Kunden zu erreichen und ist wichtiger Geldgeber für Vereine der Region.

Das Kundenvolumen stieg von 2,55 Milliarden (2016) auf 2,7 Milliarden, das ist eine Steigerung um 5,9 Prozent. Nicht zuletzt ist sie erfolgreich, das schlägt sich auch darin nieder, dass neben einer Ausschüttung von vier Prozent an die Genossen stattliche 6,6 Millionen Steuern in öffentliche Kassen fließen, davon 1,7 Mllionen an Gewerbesteuern. Die Zahl der Geschäftsstellen sank auf 19, geschlossen wurden die in Meiches und Schwarzenborn.

Das Wachstum war möglich über die effiziente Arbeit der Beschäftigten, wie Vorstandsvorsitzender Helmut Euler dieser Tage in Alsfeld bei der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz sagte. Die für die Bank zentrale Kennzahl ist die Ertragsrelation von 55,3 Prozent, was besagt, dass 55,3 Cent aufgewendet werden, um einen Euro zu verdienen. Dadurch habe das Institut ein hinreichendes Polster, um Zukunftsaufgaben anzugehen, wie Euler weiter betont.

So sank die Mitarbeiterzahl von 236 Vollzeitstellen im Jahre 2015 auf 223 im vergangenen Jahr, davon 20 Azubis. Und die müssen besser qualifiziert sein, 23 haben ein berufsbegleitendes Studium absolviert, die Weiterbildungen lässt man sich 268 000 Euro kosten. Stolz ist Euler auf die Ehrung von Thorsten Schäfer als besten Fördermittelberater. Im Pressegespräch verwies Euler auf das schwierige Umfeld, die Zinsen bleiben auf niedrigem Niveau.

Das führte aber auch dazu, dass sich die Anzahl der Beratungen um 21 Prozent erhöht hat, weil Erträge aus Kapitalanlagen nur dann möglich sind, wenn Kunden ein gewisses Risiko eingehen.

Erfreulich habe sich das Kreditgeschäft entwickelt. Im bilanziellen Kreditgeschäft, also mit eigenen Krediten, verbucht man ein Wachstum von 10,5 Prozent, deutlich über dem Branchendurchschnitt. Vorstand Ralph Kehl erinnert an das gesellschaftliche Engagement der VR Bank. So wurden über die Crowdfunding-Plattform 44 Projekte mit 257 000 Euro gefördert. Statt der üblichen Jahreskalender für Kunden habe man die Feuerwehren mit namhaften Beträgen unterstützt. Zudem wurden 244 Vereine und Einrichtungen mit Beträgen unterstützt. 16 junge Menschen erhielten und erhalten ein Stipendium für ihre Ausbildung.

Gut geht es auch der Tochter Raiffeisen Waren, die einen Umsatz von 79,4 Millionen Euro verbuchte, wie Kehl erläuterte. 156 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende, sind dort beschäftigt. Besonderes Augenmerk legt die VR Bank auf neue Beratungswege, denn immer mehr Kunden wollen nicht mehr in der Schalterhalle, sondern über digitale Kanäle beraten werden.

Diese »hybriden Kunden« sollen ihre vertrauten Berater künftig auch über moderne Video-Telefonie erreichen. Dabei werden die Dokumente, die der Berater einsieht, gleich mit auf Tablet oder PC des Kunden übertragen, wie Werner Braun darlegte. Das neue Angebot »vr@home« soll im Herbst starten.

Bereits im Februar geht der Anlageassistent auf Sendung. Das ist laut Braun eine Plattform der Bank, mit der Kunden eine passende Geldanlage selbst zusammenstellen können. Weitere Neuerungen sind künftig das mobile Zahlen mit Handy und »MyPiggy«, ein digitales Sparschwein für Kinder.

Gut läuft das neue Geschäftsfeld Immobilien, wie Euler bilanziert. Elf Projekte sind in Arbeit, die Investitionen von 50 Millionen Euro umfassen.

Darunter sind vier Gebäude in Marburg, um Wohnraum für 163 Studentinnen und Studenten in WGs zu schaffen. Hinzu kommt das neue Portal vr-immo.plus, das sich im Aufbau befindet. Abgerundet wird der Wachstumsbereich durch eine eigene Hausverwaltung und eine Firma, die IT-Sicherheitslösungen anbietet. Letzteres sei ein »Riesenthema für die gewerblichen Kunden«, sagt Euler.

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