14. März 2018, 12:00 Uhr

Landwirte

Vogelsberger will Trüffel ernten

Trüffel aus dem Vogelsberg? Das klingt exotisch. Landwirt Peter Hamel hat bei Storndorf 52 Bäume gepflanzt, die in wenigen Jahren erste Früchte tragen sollen.
14. März 2018, 12:00 Uhr
Unscheinbar, aber bei Feinschmeckern sehr beliebt: Trüffelknollen. (Foto: iStock/stefano pezzolato)

Seit er vor einigen Jahren das erste Mal bei einer Landwirtschaftsmesse im französischen Dijon Trüffel probiert hat, sind ihm die schmackhaften Pilze nicht mehr aus dem Sinn gegangen. Nun betreut der Storndorfer Landwirt seine eigene kleine Plantage mit Haselnussbäumen, an deren Wurzeln die Trüffelpilze wachsen sollen. Ob es etwas wird mit den leckeren Knollen, wird sich in etwa vier Jahren zeigen, wenn er zum ersten Mal nach den Erdfrüchten graben kann.

»Ich freue mich riesig darauf, wenn ich zum ersten Mal ernten kann,« strahlt der Storndorfer. Dann gibt es Spaghetti mit Trüffelcreme oder Spätzle mit gehobelten Raspeln des Pilzes. »Wenn Sie einmal auf den Geschmack gekommen sind, ist das wunderbar.« Trüffel sind Fruchtkörper eines Pilzes, die auch in Deutschland wild vorkommen. Nur sind die unterirdisch lebenden Pflanzen hierzulande streng geschützt. Man darf sie nur ernten, wenn man eine Plantage betreibt. Solche Anpflanzungen gibt es bis nach Südschweden. Hamel setzt auf den Burgundertrüffel, der nicht so anspruchsvoll ist wie der Perigordtrüffel.

Trüffel gehören zu den teuersten Lebensmittel der Welt, je nach Art kann das Kilo bis zu 9000 Euro kosten.

Vor drei Jahren hat Hamel 50 Haselbäume bei Storndorf gepflanzt. In seinem Vorgarten stehen eine Eiche und eine Buche, deren Wurzeln ebenfalls mit Sporen des edlen Pilzes geimpft wurden. Er hat die Pflanzen von einem Betrieb in Frankreich gekauft, bei einem Kollegen im Landkreis Fulda stehen 100 weitere Trüffelbäume. Die Ernte ist kein Selbstläufer. Die unterirdischen Gewächse sind anspruchsvoll. Der Boden darf keine Staunässe haben, sonst gehen die Pilze ein. Er muss einen gewissen Abstand zu anderen Bäumen einhalten, damit nicht andere Wurzelpilze an die Trüffelbäume heranwachsen.

Die Pflege der jungen Bäume ist aufwendig. Mulchen, Gießen und ein Rückschnitt von Zeit zu Zeit sind nötig. Der Schnitt soll dafür sorgen, dass sich die Wurzel besser entwickelt. Hamel hat Drahtkörbe um die Wurzelballen gelegt, damit nicht die Wühlmäuse die jungen Pflanzen anknabbern. Die Stämme sind mit einem Verbissschutz ausgestattet. Wenn das Pilzgeflecht, die Myzel, die ersten Fruchtkörper ausbildet, kann es sein, dass zuerst vierbeinige Trüffelfans zubeißen. Denn Wildschweine können die aromatischen Knollen riechen und fressen sie gern.

Übrigens schaden die Pilzgeflechte den Bäumen nicht, wie Hamel erfahren hat. Vielmehr filtern sie Mineralien aus dem Untergrund und stellen sie dem Baum zur Verfügung, der dafür Nährstoffe im Saft bereitstellt. Der 60-jährige Hamel hofft auf ein paar Kilogramm der teuren Knolle, die er irgendwann sammeln kann.

So wird er wenigen Jahren auch danach Ausschau halten, ob irgendwo sogenannte Trüffelfliegen kreisen oder er sucht mit einem Hund nach den schmackhaften Fruchtkörpern des Pilzes.

Sollten seine Mühen von Erfolg gekrönt sein, dann sind die Knollen aus eigener Zucht für den Bedarf der Familie bestimmt und kommen auf den Tisch des Hauses. Nur wenn die Ernte gut ausfällt, will er etwas davon abgeben. Und wer weiß, vielleicht gibt es in wenigen Jahren im Herbst das erste Storndorfer Trüffelfest.

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