17. Mai 2018, 21:52 Uhr

»Hallo, wohne ich hier?«

17. Mai 2018, 21:52 Uhr
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Aus der Redaktion

»Entschuldigung. Wohne ich hier?«, fragt das alte Mütterlein lächelnd die junge Frau, die die Wohnungstür geöffnet hat und ihr jetzt strahlend entgegnet: »Fast! Nur zwei Türen weiter, Frau Fröhlich.« Szenen wie diese kommen vor im Alltag von Demenzpatienten, Szenen, bei denen man sich ein Schmunzeln wohl kaum verkneifen kann.

Das muss man auch gar nicht – zumindest wenn man die Ausstellung »Demenz – Was bedeutet das noch mal?« besucht, die in der Kreisverwaltung in Lauterbach eröffnet wurde und bis zum 6. Juni im ersten Stock des Hauptgebäudes zu sehen ist.

Was herauskommt, wenn ein renommierter Freiburger Gerontologe, Prof. Dr. Thomas Klie, und ein Zeichner und Cartoonist, Peter Gaymann, den Alltag von Menschen mit Demenz in Szene setzen, genau das zeigt die Wanderausstellung des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Sie präsentiert in Form von zwölf Cartoons Situationen und Dialoge zwischen Menschen, die schon und solchen, die (noch) nicht an Demenz erkrankt sind. Und: Die Ausstellung verdeutlicht die Mühe, die es kostet, sich in einem Leben mit Demenz zu behaupten, so munter wie auch mitfühlend. »Die Karikaturen betrachten Demenz mit einem menschenfreundlichen und warmherzigen Humor. Man lacht mit den Menschen und nicht über sie«, unterstrich Landrat Manfred Görig. »Auch das ist ein Weg, deutlich zu machen, dass Demenz zum Alltag in der Gesellschaft gehört«, ergänzte Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak.

In Deutschland leben nach Angaben der Alzheimer-Gesellschaft gegenwärtig fast 1,6 Millionen Demenzkranke. Jahr für Jahr treten etwa 300 000 Neuerkrankungen auf. Eine Therapie gibt es derzeit nicht. Deshalb betont Prof. Klie: »Wir können deshalb nur mit Demenz leben lernen. Das gilt für die Betroffenen, das gilt für seine Lebenspartner, seine Familie, Freunde und Nachbarn sowie für die Gesellschaft insgesamt. Demenz ist und wird immer mehr zu einer Lebensform.«

Die Wanderausstellung, die auf Anregung der Kreisseniorenbeauftragten Rosemarie Müller und des Familienbündnisses in Lauterbach gezeigt wird, kann ohne Voranmeldung im Rahmen der Öffnungszeiten besucht werden.



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