27. September 2018, 22:02 Uhr

Hormone oder Granatapfel?

27. September 2018, 22:02 Uhr
Die Referentinnen Barbara Peters (l.) und Ellen Langstein. (Foto: pm)

Ein Thema der Reihe »Altweibersommer« in Lauterbach ist das Frauenwahlrecht – vor genau 100 Jahren wurde es in Deutschland eingeführt. Die beiden Soroptimistinnen Dr. Barbara Peters und Ellen Langstein griffen dies gekonnt auf, Ziel der weltweiten Bewegung der Soroptimisten ist die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Die Eingangsworte von Dr. Barbara Peters erinnerten daran, dass »uns viele Dinge, die anderen Menschen noch nicht zugänglich sind, einfach zu selbstverständlich sind und wir sie nicht mehr zu schätzen wissen«.

Das Frauenwahlrecht und auch der medizinischer Fortschritt gehörten dazu – und die Entwicklung von Hormonpräparaten, die Frauen ein unbeschwerteres Erleben ihrer Sexualität, aber auch eine Linderung von Beschwerden bei hormonellem Ungleichgewicht ermöglichen.

Ellen Langstein als Heilpraktikerin und Phytotherapeutin hielt dagegen, dass oft nur die Symptome mit der Hormongabe abgefangen und die wirklichen Ursachen nicht erkannt werden: eine mangelnde Wertschätzung der »weisen« Frau in unserer Gesellschaft, der Schlankheitswahn, aber auch verkehrte Ernährungsgewohnheiten und oft einfach Unzufriedenheit mit der Arbeit, der Beziehung, dem eigenen Körper. Als sie demonstrierte, wie unterschiedlich Frauen und Männer sich vor dem Spiegel verhalten, erntete sie verständnisvolles Lachen. Ja, auch die Ärztin bestätigte, dass viele Frauen einfach einem unrealistischen »Schönheitsideal« nachjagen.

Die Schulmedizinerin zeigte vor allem die Wirkungen der Hormonersatztherapie bei starken Beschwerden auf, wobei von wirklich starken Beschwerden nur etwa ein Drittel aller Frauen betroffen sind. Starke Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Depressionen – wenn die Naturheilkunde nicht hilft, verweist Ellen Langstein an die Ärztin. Und diese wiederum zeigte sich sehr offen für Granatapfel- und Rosenzäpfchen.

Ein Streitgespräch? Ja, aber so offen und tolerant ist man das nicht unbedingt gewohnt. Die Zuhörerinnen hatten viel zu lachen, aber auch zu lernen und es waren Stimmen zu hören, die sich auch Männer als Zuhörer gewünscht hätten. Einig waren die Referentinnen beim Schlusswort. Jede Frau hat immer die Wahl, auch die Wahl, mit welchen Mitteln sie den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt begleiten möchte.

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