14. November 2018, 12:00 Uhr

Trau dich

Event-Hochzeit mit Kerzen und historischen Gewändern in Mücke

In Mücke tut sich was: Nordfrost hat das Grundstück bezahlt, und bei der Brunnenbohrung für Atzenhain ist man schon auf Wasser gestoßen. Aber: Der Hartplatz bereitet wieder Probleme.
14. November 2018, 12:00 Uhr
Die Pflege des Hartplatzeskann der Sportverein nicht mehr leisten. Die Gemeinde stellt jetzt auf Stundenbasis die Pflege sicher. (Foto: rs)

Man heiratet ja schließlich nur einmal – soweit der übliche Vorsatz. Deshalb will man auch ein ansprechendes Ambiente, und das lässt man sich etwas kosten. In diesem Sinne hat die Gemeindeverwaltung Trauungen außerhalb der Gemeindeverwaltung organisiert und dazu jetzt auch eine Kostensatzung vorgelegt. Heiraten kann man jetzt im alten Rathaus Nieder-Ohmen sowie in den beiden Gaststätten Litfässchen und Amte Mücke in Flensungen. Für die Heirat im alten Rathaus werden zu den Grundgebühren noch 70 Euro fällig, bei Trauungen in den Gaststätten 141 Euro. Wer ganz außergewöhnlich heiraten möchte kann auch eine Eventtrauung (zum Beispiel in Gewandung oder als Candle-light-Trauung) beantragen, für die weitere 100 Euro anfallen. Im Ausschuss wurde diese Kostenregelung einstimmig befürwortet.

Trauung in Gaststätten war Idee der Standesbeamten gewesen, erinnerte Bürgermeister Andreas Sommer, in Nieder-Ohmener Rathaus gab es bereits ein Dutzend. Eine Ergänzung wäre die Burgschoan, wenn es um historisches Ambiente gehe. Allgemein konstatierte Sommer, es sei an der Zeit, die Bedingungen zu lockern. »Schließlich sind die Trauwilligen auch Kunden, da muss man flexibel sein.« Der Bürgermeister meinte, gut 40 Prozent der Trauwilligen seien bisher nach Grünberg oder zum Homberger Schloss ausgewichen. So sei die Ortswahl folgerichtig gewesen, um den Kundenwunsch zu berücksichtigen.

Zwei Jahre lang liquide

Günter Zeuner (FW) meinte, grundsätzlich sei das in Ordnung, aber eigentlich hätte die Satzung vor der ersten Eheschließung geändert werden müssen. Er regte an, sich um historisches Ambiente in Gemünden zu kümmern, schließlich habe man einen gemeinsamen Standesamtsbezirk, und in Burg-Gemünden gebe es mit der Burg einen sehr repräsentativen Rahmen.

»Wir waren alle hibbelig und nervös, denn der Kassenstand war runter gefahren«, beschrieb Sommer die Gefühlslage in der Kämmerei, bis Nordfrost dann zum vereinbaren Termin die 3,2 Millionen Euro überweisen hatte. Ansonsten wäre ein Nachtragshaushalt fällig gewesen. »Damit sind wir dieses Jahr und auch nächstes Jahr liquide«, zeigte sich Sommer zufrieden.

Kunstrasen Maß der Dinge

Zu den Sportanlagen in Nieder-Ohmen gibt es unterdessen sehr unterschiedliche Neuigkeiten, nachdem die Gemeinde den vertrag mit dem Sportverein neu geregelt hat. So wurde die Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich des Wäldchens raus genommen, denn Hessenforst werde das übernehmen müssen. Zum Hartplatz habe der Verein mitgeteilt, dass er die Arbeit nicht mehr leisten kann, berichtete Sommer. Die Gemeinde stelle jetzt auf Stundenbasis die Pflege sicher. Der Platz sei extrem teuer, und auf den roten Sand wolle keiner mehr. Kunstrasen sei jetzt das Maß der Dinge. Allerdings sei der Bau teuer, und das leichtathletische Angebot müsste dann wegfallen. Deshalb hatte die TSG vor rund zehn Jahren auch einen Kunstrasenplatz abgelehnt. Positiv ist die Brunnenbohrung für Atzenhain (nicht für Nordfrost) verlaufen. Man ist bei 75 Meter Tiefe. Wasser ist schon im Bohrloch, offenbar aus der gleichen Wasser führende Schicht wie beim seitherigen Brunnen. Der alte Brunnen ist 150 Meter tief. Deshalb wird bis 145 Meter Tiefe bohren. Dann kommt ein Pumpversuch, die beiden Brunnen sind rund 500 Meter auseinander. Bauabteilungsleiter Thomas Heidlas sprach sich für tieferes Bohren aus, »denn Wasser kann weiter gefragt werden, und die Sommer kann man auch nicht einschätzen.« Letztlich werde man sich aber auf die Hinweise des Geologen verlassen müssen.

Anfragen zu drei Windkraftanlagen

Mehrere Anfrage liegen nach Angaben von Sommer zu Windkraftanlagen am Kratzberg im Vorranggebiet Nieder-Ohmen vor. Dabei handele es sich um Flächen außerhalb des Waldes und in Privatbesitz. Die Windräder hätten eine Höhe von bis zu 240 Meter. Die Nähe zur beliebten Sonntagsspaziergang-Strecke und zum Areal der bundesweit bedeutenden Luftsportgruppe werde sich noch eine intensive Diskussion auslösen. Man merke jetzt Boom auf die letzten Vorrangflächen. Bei der mittleren Anlage könnten zwei Gemeindeparzellen positiv betroffen sein. Deshalb könnte auch die Gemeinde versuchen Nutzen daraus zu ziehen, meinten die Gemeindevertreter Dr. Udo Ornik (Grüne) und Günter Zeuner (FW).

Im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der B49 hatte man mit Hessen Mobil die Pläne besprochen, und Bauabteilungsleiter Thomas Heidlas hatte sich dabei erinnert, dass in alten Plänen eine Radwegverbindung vorgesehen gewesen war. Darauf angesprochen hatte sich Hessen Mobil kundig gemacht, und herauskam letztlich eine Radwegeverbindung Grünberg – Alsfeld, die parallel zur B49 laufen solle. Es sei nur offen, auf welcher Seite. Das ist aus Sicht von Sommer unter anderem für Ilsdorf bedeutsam, denn der von Flensungen kommende Fuß- und Radweg endet im Nichts an einer Kreuzung.

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