21. November 2018, 08:00 Uhr

Bürgermeisterwahl

300 Bürger erleben die Kandidaten in Kirtorf

Es war eine lebhafte Diskussion der Bürgermeisterkandidaten Andreas Fey und Karsten Jost. Einen Bürgerdialog stellt Fey in den Vordergrund, eine Infrastrukturgesellschaft Jost.
21. November 2018, 08:00 Uhr
Die Bürgermeisterkandidaten Karsten Jost (l.) und Andreas Fey (r.) stellen sich bei einer Podiumsdiskussion vor, dabei informiert sich auch Amtsinhaber Ulrich Künz (M). (Foto: jol)

Der Andrang war erstaunlich groß, über 300 Interessierte wollten die beiden Kandidaten um das Kirtorfer Bürgermeisteramt im direkten Vergleich erleben. Und sie wurden nicht enttäuscht, so setzte Andreas Fey bei der sehr sachlichen Diskussion einen Schwerpunkt auf Partnerschaften zwischen Rathaus, Bürgern und Wirtschaft, Karsten Jost kündigte das Gründen einer städtischen Infrastrukturgesellschaft an, um die Entwicklung voranzubringen.

Unterschiede zeigten sich auch im Herangehen an den jüngsten Konflikt, den abgebrochenen Fusionsprozess mit Antrifttal. Da hält Jost wenig von einem Verwaltungsverband und setzt auf eine echte Fusion, die effektiver und günstiger komme, Fey wollte vor allem die Bürger intensiver beteiligen, denn sie müssten entscheiden, was geschehen soll. Beiden ist dabei klar, dass es noch vieler Diskussionen in den Gremien bedarf, bis eine engere Zusammenarbeit der Nachbarkommunen erreicht ist. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von den Redakteuren der Oberhessischen Zeitung, Andreas Ungermann und Christine Heil.

Wirtschaftsförderung ist Chefsache, darin waren sich beide einig. Für Fey geht es um den Ausbau der Infrastruktur, so durch öffentliches W-LAN in allen Stadtteilen. Er warb für Partnerschaften mit Handwerksbetrieben, damit Praktika und Ausbildungsplätze erfolgreicher vermittelt werden. Eine Plattform könne Anbieter von Wohnungen in großen Hofreiten und junge Familien auf der Suche nach einer Wohnung zusammenzubringen. Die Ansiedlung eines Großunternehmens erwartet er nicht, vielmehr müssten Betriebe vor Ort unterstützt werden. Jost will gezielt Flächen entwickeln, wie das in den Kirtorfer Höfen geschehe, und Wohnraum schaffen. Dabei gehe es auch um eine gute digitale Infrastruktur für das Arbeiten von zu Hause und einen städtischen Haushalt ohne Defizit.

 

2038 sind es 4000 Einwohner

Nach ihren Visionen für die Stadt Kirtorf in 20 Jahren befragt, sagte Jost, dann gebe es viele funktionierende Vereine, keinen Häuserleerstand »und 4000 Einwohner«. Fey setzt darauf, dass alle Bürger »aktiv eingebunden sind«, dann zeige sich die Stärke eines lebenswerten Städtchens.

Ein Bürger fragte, wie man einen Eigentümer zum Vermieten eines Gebäudes bringen kann. Fey regte an, die Stadt könne Partnerschaften mit Hauseigentümern ankurbeln, um Lösungen zu finden. So könne man Wohnraum auch vorübergehend nutzen. Jost sagte, man müsse wohl »viele Runden drehen«, um Eigentümern Möglichkeiten zur Nutzung von Häusern nahe zu bringen. Die Stadt könne bei der Abrechnung helfen. Einig waren sich beide, dass keine weiteren Windenergieanlagen kommen werden, weil die verfügbaren Plätze verplant sind. Kein Widerspruch ergab sich bei Gebühren für Baumaßnahmen an Straßen und Wasserleitungen: Die Belastung müsse niedrig bleiben. Die Stadt habe einen ausgeglichenen Haushalt, deshalb gebe es keinen Druck, Straßenbeiträge anzuwenden.

Eine Frage zielte auf das Schaffen neuer Arbeitsplätze. Da sieht Jost Möglichkeiten bei Arbeitnehmern, die für den Job nach Frankfurt gezogen sind. Bei entsprechendem Angebot kämen die gerne zurück in die lebenswerte Heimatstadt. Ein Vorteil sei die gute Kinderbetreuung. Das sei auch ein Vorteil beim Ansiedeln von Unternehmen. Fey hofft auf junge Leute, die eine Ausbildung machen und später einen Handwerksbetrieb übernehmen. Das sei auch eine Perspektive für Menschen mit Abitur. Denkbar sei auch Unterstützung zur Unternehmensgründung.

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