10. November 2010, 20:24 Uhr

Sozialgericht: Landkreis soll Schülerfahrkarte bezahlen

Alsfeld (jol). Der Gang vor das Gericht hat sich für Ann-Kathrin Haas gelohnt: Die Schülerin aus Antrifttal bekam nun vom Sozialgericht in Fulda bestätigt, dass der Vogelsbergkreis für die Fahrtkosten der ALG-II-Empfängerin zur Schule aufkommen muss.
10. November 2010, 20:24 Uhr

Alsfeld (jol). Der Gang vor das Gericht hat sich für Ann-Kathrin Haas gelohnt: Die Schülerin aus Antrifttal bekam nun vom Sozialgericht in Fulda bestätigt, dass der Vogelsbergkreis für die Fahrtkosten der ALG-II-Empfängerin zur Schule aufkommen muss. Hintergrund: Weil die 16-Jährige eine weiterführende Schule besucht, hatte die Kommunale Vermittlungsagentur des Kreises nicht mehr die Kosten für die Fahrkarte zur Max-Eyth-Schule in Alsfeld und für Praktika übernommen. Aber: Die Familie lebt von Arbeitslosengeld II, davon konnten nicht die 500 Euro für eine Jahreskarte abgeknappst werden. Gegen den Ablehnungsbescheid des Kreises haben Ann-Kathrin und ihre Mutter Tanja Schrödel mit Hilfe der Anwältin Maike Schott aus Feldatal geklagt. Auf einen Vergleichsvorschlag des Gerichts hin hat der Kreis nun zugesichert, die Fahrtkosten zu tragen.

Das Hauptverfahren ist allerdings noch nicht entschieden, auch wenn sich die Familie gute Chancen ausrechnet, da Recht zu bekommen. »Ich bin total glücklich und AnnKathrin auch«, meinte Tanja Schrödel auf Nachfrage der allgemienen. Nun könnten auch andere Familien dafür sorgen, dass sie die Fahrtkosten für ihr Kind erstatet bekommen, damit sie eine gute Ausbildzung machen können.

Der Haken an der ganzen Sache: Der Vergleich im Eilverfahren gilt nur im Einzelfall, andere Schüler mit Arbeitslosengeld werden nicht automatisch gleich gestellt. Sie müssen jeder für sich Klage beim Sozialgericht erheben, um die Fahrtkosten erstattet zu bekommen. Wie die Erfahrung von Tanja Schrödel zeigt, ist es dabei sinnvoll, einen Anwalt einzuschalten. Auch bei einem Vergleich werden die Anwaltskosten übrigens über die Prozesskostenhilfe abgedeckt.

Da hat der Kreis wohl noch etwas zu erwarten. Zur Erinnerung: In dem Bericht der Allgemeinen Zeitung, der das Verfahren ins Rollen gebracht hat, hat eine Schülerin aus Mücke über dasselbe Problem berichtet. Und sechs weitere Schüler haben nach Angaben von Schul-Sozialarbeiter Uwe Zaschel ebenfalls nicht genug Mittel für die Fahrtkosten.



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