20. Dezember 2018, 21:56 Uhr

Bewegung hilft, gesund alt zu werden

20. Dezember 2018, 21:56 Uhr

Nach Romrod und Schlitz fand der dritte »Samstag für gesundes Altern« im Grebenhainer Bürgerhaus statt. Wie in den Jahren zuvor die »Samstage gegen das Vergessen«, soll diese Veranstaltungsreihe in allen Vogelsberger Städten und Gemeinden Station machen. In der neuen Staffel geht es um alle Themen rund um Altersgesundheit.

Dazu nahmen gleich drei Experten auf dem Podium Platz, um den Besuchern Rede und Antwort zu stehen: die praktizierende Hausärztin Kathrin Mißler, Fachkrankenpfleger und Demenzexperte Ingo Schwalm sowie Monique Abel vom Pflegestützpunkt des Vogelsbergkreises. Hans Dieter Herget, Mitarbeiter der Kreisverwaltung und Sprecher des Familienbündnisses, hatte die Moderation übernommen.

Monique Abel warb dafür, den Pflegestützpunkt des Vogelsbergkreises für Beratungen rund um das Thema Pflege in Anspruch zu nehmen: Betroffene oder auch Angehörige erhalten dort kompetente, neutrale und kostenlose Beratung.

Dabei geht es oft um die Unterstützung bei der Beantragung eines Pflegegrades, die Organisation verschiedener Hilfen oder auch Verbesserungen im unmittelbaren Wohnumfeld, zum Beispiel durch Umbauten. Beratung ist sowohl am Standort des Pflegestützpunktes im Landratsamt Lauterbach als auch im Haushalt des Hilfe- suchenden möglich. Ingo Schwalm, Fachkrankenpfleger am Eichhofkrankenhaus Lauterbach, wies auf eine Schieflage im Denken der Menschen hin: »Viele fürchten sich vor Demenz im Alter, aber Demenz ist nicht die häufigste Krankheit, Bluthochdruck ist die Volkskrankheit Nummer eins.«

Pflegende Angehörige entlasten

Wie bei anderen Erkrankungen sei auch bei Demenz eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig. Zwar sei eine Heilung nicht möglich, aber das Fortschreiten der Krankheit könne gebremst werden. Wichtig sei festzuhalten, dass Demenz so individuell ist wie jeder einzelne Mensch. Deshalb gebe es kein Rezept für den richtigen Umgang mit Kranken, sagte Schwalm. Wichtig sei Geduld, man müsse auf die Kranken zugehen.

Keinesfalls dürfe man die pflegenden Angehörigen im Stich lassen. Sie müssten entlastet werden, beispielsweise durch Tagespflegeeinrichtungen, die »Gold wert« seien. Für Hausärztin Mißler steht die Verhütung von Krankheiten durch ausreichende Bewegung an erster Stelle. Sie betonte: »Der Mensch ist nicht zum Sitzen geschaffen. Wir müssen uns klarmachen, dass unsere Vorfahren täglich zehn Kilometer gelaufen sind.« Wer sich viel bewege, bleibe gesund. Zudem könne Bewegung bestehende Erkrankungen positiv beeinflussen. Als Beispiele nannte sie Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte.

Interessierte konnten auf Wunsch an einem Gedächtnistest teilnehmen. Ziel war es, eventuelle erste Anzeichen für eine demenzielle Erkrankung zu erkennen. Bei Kaffee und Kuchen wurde das eine oder andere Thema noch vertieft und an zahlreichen Ständen konnten sich die Besucher zu vielen Themen informieren.

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