08. Januar 2019, 21:41 Uhr

Frieden im Nahen Osten nur gemeinsam

08. Januar 2019, 21:41 Uhr
Faten Mukarker

Die palästinensische Friedensaktivistin, Autorin und Reiseleiterin Faten Mukarker war dieser Tage im Kreis zu Gast und berichtete in Kirtorf und Brauerschwend. »Salam« – mit dem arabischen Gruß begrüßte Mukarker ihre Zuhörer, um gleich darauf in fließendem Deutsch zu berichten. Als Tochter arabischer Christen ist sie in Bonn aufgewachsen. Als Kind kam sie mit ihren Eltern dorthin, um ein Leben in zwei Kulturen zu führen.

Als sie anfing, sich mit dem freien Leben ihrer volljährig gewordenen Schulfreundinnen zu beschäftigen, war es für ihren Vater Zeit, sie zurückzuschicken nach Palästina und sie dort innerhalb einer Woche zu verheiraten. »Ich hatte Glück. Ich bekam einen guten, offenen Mann«, erzählte sie, einer, der es ihr gestattet, nach Deutschland zurückzukehren und für den Frieden in ihrem Land einzutreten. Mehr und mehr tut sie dies auch für ihre Kinder und Enkelkinder und mehr und mehr merkt man ihr die Trauer darüber an, dass sich für die Bevölkerung nichts zu ändern scheint – nicht zum Guten.

Dabei ist Faten Mukarker keineswegs verbittert. Sie pflegt Freundschaften zu Israelis und sie weiß, dass unter dem Konflikt zwischen ihren Bevölkerungsgruppen alle leiden. »Wir sind Täter und Opfer und sie sind Täter und Opfer.« Ihren Vortrag startete sie mit der Frage, was wohl noch nicht gesagt sei in diesem Konflikt, zu dieser Spirale aus Hass, Rache und Vergeltung. Ganz klar äußerte Mukarker eine Bitte: Sie bat um Hilfe für den Frieden. »Wir schaffen es nicht allein, das kann man daran sehen, wie lange es schon dauert«, gab sie bedauernd zu und blickte erfreut auf ein Land wie Deutschland, in dem Besatzung, Militär, Checkpoints und Mauern überwunden sind. »Hier riecht es nach Freiheit und Menschenwürde«, sagte sie und betonte, dass genau danach sich alle Menschen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten sehnen.

»Wir sind der Nahe Osten«, so Mukarker, »weil wir nah sind«. Eine Friedenslösung in dieser Region müsse also auch in europäischem Interesse liegen, schloss die Rednerin darauf und führte als erste Maßnahme dahin die Einstellung von Waffenlieferungen dorthin ins Feld: »Alle Waffen, alle U-Boote der Welt können keinen Frieden garantieren.« Und mit Blick auf die Flüchtlingssituation weltweit und in Deutschland ergänzte sie: »Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten.« Sie habe Verständnis dafür, dass das deutsch-israelische Verhältnis etwas Besonderes sei, so die Aktivistin. (Anmerkung: In einer früheren Version entsprach der letzte Absatz des Textes durch eine nicht sachgerechte Bearbeitung nicht den historischen Gegebenheiten, er wurde deshalb entfernt).

 

Schlagworte in diesem Artikel

  • Araber
  • Christen
  • Deutsche Sprache
  • Friedenslösungen
  • Kulturen
  • Mauern
  • Palästina
  • Palästinenser
  • Personen aus Israel
  • Reiseleiter
  • Vogelsberg
  • Kirtorf
  • Schwalmtal
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.