18. Januar 2019, 21:34 Uhr

Kinderbetreuung

Bis August müssen in Mücke 78 Kindergartenplätze her

Zum neuen Kindergartenjahr nach den Sommerferien werden deutlich mehr Betreuungsplätze nachgefragt, als es in der Großgemeinde Mücke gibt.
18. Januar 2019, 21:34 Uhr
Der Groß-Eichener Kindergarten ist eine von zwei Einrichtungen, bei denen gegebenenfalls mit einem Anbau zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden. (Foto: rs)

Deshalb muss die Gemeinde mehrgleisig fahren: Zum einen gilt es bis August rasch Plätze als Übergangslösung bereitzustellen, zum anderen sind dauerhafte Einrichtungen zu bauen. Mit dem Thema befassten sich am Mittwoch zwei Ausschüsse der Gemeindevertretung bei einer Sitzung im Verwaltungsgebäude. Dabei legte Bürgermeister Andreas Sommer Zahlen zu den fehlenden Plätzen sowie zu möglichen Investitionsvarianten und dem Personalbedarf vor, die CDU regte einige Übergangslösungen an.

Derzeit können von der Gemeinde 78 Anfragen nach Kinderbetreuungsplätzen nicht bedient werden. Schwerpunkt des »Defizits« ist dabei die Einrichtung in Nieder-Ohmen, zu der 50 Anfragen mehr vorliegen als Plätze zur Verfügung stehen. Als Übergangslösung soll aus Sicht der Verwaltung eine Gruppe in ein Dorfgemeinschaftshaus (Groß-Eichen, weil dort ein großer Spielplatz besteht) untergebracht werden, zudem soll es eine Waldgruppe (hat in Freienseen großen Zuspruch) geben. Erste positive Gespräche dazu hat es bereits mit dem Flensunger Hof gegeben. Personell müsse zwar um vier Stellen aufgestockt werden, die Investitionssumme sei aber sehr gering. Der Bürgermeister stellte in Aussicht, die Anbauten könnten 2020 erfolgen.

Neubau bei Kinderboom

Sollte der Kinderboom erfreulicherweise anhalten, stehe der Neubau eines Kindergartens allerdings wieder auf der Tagesordnung, meinte Sommer. Aber das gehe erst, wenn man andere Investitionen abgearbeitet habe. Denn im anstehenden Doppelhaushalt sind bereits 8,6 Millionen Euro als Kreditaufnahme vorgesehen, weshalb derzeit nur die Muss-Maßnahmen in den Haushaltsentwurf eingestellt sind. Der Neubau einer Kindertagesstätte könnte weitere Kredite von rund zwei Millionen Euro nach sich ziehen. Das sei dann letztlich eine politische Entscheidung.

Zu neuen Kindergartenplätzen hatte die CDU eine Änderung vorgelegt, wonach übergangsweise andere Einrichtungen genutzt werden sollten. Dies seien der Flensunger Hof zur Einrichtung einer Gruppe, man sollte prüfen, wo gegebenenfalls Container bei einem Kindergarten aufgestellt werden könnten, und die von einem Verein getragene Großtagespflegestelle in Sellnrod solle zum Teil wieder als gemeindlicher Kindergarten geführt werden. Die Kinder ab dem dritten Lebensjahr sollten im Kindergarten betreut werden, die jüngeren Kinder weiter in der Großtagespflegestelle. So könnten rund ein Dutzend Plätze rasch bereitgestellt werden.

Dr. Anneliese Brunn (CDU) wandte zu den Anbauten ein, die Erweiterungsoption sei schlecht für Kinder und Personal, denn je größer die Einrichtungen seien, umso lauter gehe es dort zu. Das Problem für Mücke sei jetzt nicht die Zahl der Kinder, sondern es würden in den nächsten Jahren immer mehr jüngere Kinder kommen. Sinnvoll sei deshalb die Planung einer U3-Einrichtung. Perspektivisch gab Dr. Brunn zu bedenken, durch den Gebührenerlass des Landes kämen mehr Kinder in die Einrichtungen, und zudem sei nicht absehbar, wie viele Kinder inklusiv betreut werden müssten. Von den Grünen wandte Katharina Schwarz ein, eine Altersgruppentrennung müsse wohl auch in einem Gebäudekomplex gehen.

FW vermissen Kinderzahlen

Günter Zeuner (FW) vermisste Zahlen zu den einzelnen Einrichtungen, um eine Basis zu haben, Erweiterungs- oder Neubaumaßnahmen zu begründen. Wenn man jetzt einfach in Merlau und Groß-Eichen anbaue, begründe man unnötige Fahrten für die Eltern. Der FW-Sprecher und auch SPD-Vertreter bezweifelten, dass die Einrichtung in Sellnrod im von der CDU gewünschten Sinne genutzt werden kann. Zeuner regte an, als Übergangslösung auch das Seniorenheim Kursana gegenüber der Gesamtschule in Erwägung zu ziehen. Ins Gespräch kamen auch die Gesamtschule und die Grundschule Oberes Ohmtal. Die Grundschule Nieder-Ohmen ist belegt.

Der Bürgermeister bevorzugt ein möglichst breites Angebot, um flexibel reagieren zu können. Dazu gehören auch die Tagesmütter in Mücke, bei denen derzeit 69 Kinder betreut werden.

Letztlich wurde einstimmig ein Prüfauftrag erteilt, um Plätze für das neue Kindergartenjahr rasch zur Verfügung stellen zu können.

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