04. Februar 2019, 08:00 Uhr

Cybercrime

Mobbing, Stalking und Co.: Polizist informiert Jugendliche in Alsfeld

Peinliche Partyfotos, Schulden durchs Handy oder das Suchtpotenzial von Spielen – darüber sprach Polizist Marco Hohmann in der Max-Eyth-Schule in Alsfeld. Dazu gab's Tipps zur Datenpflege.
04. Februar 2019, 08:00 Uhr
Mit zerschossenem Laptop: Anschaulich informiert Marco Hohmann an der Max-Eyth-Schule über Gefahren im Internet. (Foto: jol)

Der Vortrag und die Gesprächsmöglichkeit über Cybercrime war Teil des Präventionstags an der Beruflichen Schule in Alsfeld. Da gab es noch Infos zu Schulden aus Handyverträgen, Umgang mit Alkohol und anderen Drogen sowie weitere Themen aus dem Lebensumfeld der jungen Erwachsenen. Fast alle haben ein Smartphone, viele noch Tablet, Computer und Spielekonsolen. Da galt die eindringliche Bitte des »Cyber-Bullen« Marco Hohmann, nicht so viel Persönliches ins Internet zu schicken. »Es gibt keinen Personaler mehr, der nicht bei einer Bewerbung schaut, was über einen im Netz kursiert«, da können peinliche Partyfotos zum echten Jobkiller werden.

Warnungen wie diese liegen ganz auf der Linie mit der Schulleitung. So betonte Schulleiter Thomas Walther, »Vorsorge ist besser, als etwas zu tun, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist«. Deshalb lobte er die Initiative der Suchtbeauftragten Stefanie Ebert für den Präventionstag. Dabei zielte die lebendige Präsentation Hohmanns nicht auf dem Verhüten von Verbrechen, auch wenn er mit Blick auf den Hacker aus Homberg witzelte, »wir haben ja auch berühmte Vogelsberger«.

Es gibt Grundschüler, die den ganzen Tag Fortnite zocken und nur zur Schule gehen, um sich auszuruhen

Polizist Marco Hohmann

Der sorgsame Umgang mit den eigenen Daten und Fotos ist wichtig, weil viele Fünftklässler fünf bis sechs Stunden täglich digital unterwegs sind. »Spiele haben Suchtpotential, es gibt Grundschüler, die den ganzen Tag Fortnite zocken und nur zur Schule gehen, um sich auszuruhen.«

 

So läuft das im Darknet

Anders geartet ist der strafrechtliche Bereich der schönen digitalen Welt. So sagte Hohmann, dass die Polizei aktiv in den verschlüsselten Tiefen des Internet unterwegs ist. So versprechen Verschlüsselungsdienste wie etwa der Tor-Browser, man könne anonym nach Waffen, Drogen oder Kinderpornografie suchen. Es gibt sogar ein »Hidden Wiki«, um Seiten mit versteckten Inhalten zu finden.

Hohmann ist ein Fan von Tor, da es in Staaten mit starker Unterdrückung eine Möglichkeit zum Austausch von Informationen ist. Der Nutzer solle sich aber nicht der Illusion hingegeben, dass er im Darknet sicher vor Polizei und Geheimdienst ist.

Im Austausch mit Schülerinnen und Schülern gab er Tipps zu verbreiteten Chatdiensten wie WhatsApp, Instagram und Snapchat. Bei WhatsApp gingen alle Daten in die USA, was der Mutterkonzern Facebook damit macht, sei nicht klar. Bei Snapchat solle man aufpassen, was man preisgibt. Beliebt ist es, Fotos der eigenen Füße zu machen, um sie herumzuschicken. Dabei sollten die Jugendlichen genau überlegen, ob sie Jahre später noch solche Bilder von sich im Netz haben wollen, sagt Hohmann.

 

Wenn Erwachsene Kinder im Netz ansprechen

Bei Chatprogrammen würden Menschen schnell ausgeforscht, das kann gerade bei Jugendlichen ein Problem werden. So zeigte er das Bild eines fetten Seniors mit dessen Chatnachricht: »Ich bin 14 Jahre alt und gehe gern ins Fitnessstudio«. Es sei durchaus möglich, dass ein Erwachsener eine Zwölfjährige zum Sex überreden will.

Überrascht war Hohmann über die hohe Zahl an Teenies, die in Partnervermittlungen unterwegs sind, wie er bei Klassenbesuchen erfahren hat. »Damit liefert man die perfekten Infos, um jemanden zu stalken«, sagt er über Badoo, Parship und andere. Manche Programme lotsen einen per Standortbestimmung zu Partnersuchenden.

Stalken, also das unerwünschte Nachstellen von begehrten Menschen, werde durch zu viele Informationen im Internet erleichtert. Mit der Bildersuche bei Google kann man Fotos mit vorhandenen Informationen verbinden. Das ist problematisch, so Hohmann, wenn etwa eine Frau untertaucht, um dem gewalttätigen Partner zu entkommen und ein Foto auf der Firmen-Homepage steht. Deshalb rät er zur »Daten-Hygiene«.

Info

Tipps und Tricks im Netz

Marco Hohmann von der Cybercrime-Abteilung der Polizei gibt Tipps, wie man sich im Netz verhalten sollte. »Postet nicht jeden Mist, schickt nicht jedes Bild vom Fuß in Deutschland herum.« Das Smartphone soll man in der Öffentlichkeit gesperrt und nicht unbeaufsichtigt lassen, ein offener WhatsApp-Account kann sekundenschnell am Laptop kopiert werden. Wenn ein Hacker den Account angegriffen hat, schnell reagieren. »Wir sind eure Polizei, wenn ihr Probleme habt, kommt zu uns.«

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