Fernweh! Schon der Klang verheißt viel. All das vereinen in diesem Jahr die Auszubildenden im Mode- und Maßschneiderhandwerk der Alsfelder Max-Eyth-Schule, die ihre im Frühling stattfindende Modenschau unter das Motto »Fernweh« gestellt hatten. Zweimal füllten sie die Aula der Schule. »Ein Highlight mit 49 Mitwirkenden« kündigte stellvertretender Schulleiter Thomas Möller in seiner Eröffnungsrede an und dankte allen schulexternen und -internen Beteiligten für ihre Hilfe und Unterstützung.

Die Moderation der Schau hatten Hellen Krause und Yasemin Erman übernommen. Die beiden Auszubildenden im dritten Lehrjahr nahmen ihre Gäste sehr charmant, witzig und kenntnisreich mit auf eine Weltreise, die mit einer Europatour begann.

Nach dem ersten Lauf präsentierten die Auszubildenden im ersten Lehrjahr handgefertigte Blusen – ein Pflichtteil in diesem Ausbildungsabschnitt, in diesem Jahr ganz aus Jeans. Dabei zeigten die jungen Menschen, wie vielseitig man ein und denselben Schnitt variieren kann, wenn man sich von modischem Geschick und Kreativität leiten lässt.

Frisuren und Make-Up passend

Ein »Ausflug in kalte Gefilde« stand als nächstes auf der Reiseroute. Kreationen, inspiriert von den Landschaften und Farben Skandinaviens, Russlands und der Antarktis, zeigten die Mode- und Maßschneider-Azubis. In ihre Modelle eingefangen hatten sie das Blau-Gelb des schwedischen Mittsommers, das sphärische Blau finnischer Gletscherlandschaften und den weiblichen Chic der russischen Mode.

Immer wieder gefielen die Modelle durch die geschickte Auswahl und den Mix verschiedener Stoffe und Accessoires. Dazu kamen die treffsicher in Szene gesetzten Frisuren und das Make-Up, das den Looks einen letzten Schliff verpasste und die jeweiligen Typen perfekt unterstrich.

Weiter ging der Modeflug nach Asien, wo Tradition und Opulenz aufeinandertreffen. Mitreißende Kreationen, angelehnt an die farbenfrohen Seidenstoffe Chinas oder die reich verzierten Tempel Thailands. Ganz erstaunlich war es zu sehen, wie hier kulturelle Charakteristika in Mode umgesetzt wurden – deutlich zu sehen an breiten Gürteln, die der traditionellen Kleidung von Geishas entlehnt waren, oder Outfits, die direkt aus deinem Manga entnommen schienen – einschließlich Haarfarbe und Frisur.

Mit einer gutaufgelegten Schau von Jumpsuits – der Arbeit des zweiten Lehrjahres – zogen die Auszubildenden viele Blicke auf sich und sorgten für gute Laune. Auch sie hatten ein und denselben Schnitt mit verschiedenen Stoffen, Längen, Ausarbeitungen und Accessoires meisterhaft variiert und entlockten dem begeisterten Publikum viel Applaus, bevor alle miteinander in die Farbenvielfalt von Ländern wie Indien, Afghanistan, Ägypten, Kenia und Ghana eintauchten und sich dem Rausch der schönsten leuchtenden Farben hingaben.

Auch stilistisch hatten die Mode- und Maßschneider die Kultur der zur Auswahl stehenden Länder vielfach aufgegriffen: So gab es neben fließenden Kleidern auch Reminiszenzen an die Kolonialmode zu sehen und an die Looks der Wüsteneroberer. Ein Roadtrip führte von Peru bis Alaska – eine Reise durch Amerika, so farbenfroh und abwechslungsreich wie die Kontinente selbst, inspiriert von den Mustern und Wollstoffen der Indios über androgynen Understatement-Style des Big Apple bis hin zu einer anmutigen Kreation als modischer Verbeugung vor Frida Kahlo.

Eine Jahresarbeit zeigten noch die Auszubildenden im dritten Lehrjahr. Sie bestachen mit viel Selbstbewusstsein und zeigten Jacken und Mäntel für jede Jahreszeit und jeden Anlass. Zu Ende ging die Reise mit einem Trip nach Britannien: England und Schottland zeigten sich und ihre Karos, Tweeds und Landschaften von der besten Seite. Sie inspirierten die Mode- und Maßschneider zu Reminiszenzen an Herrenhäuser, königliche Empfänge, das Landleben und ein wenig Upper Class.

Völlig zu Recht zählt diese Veranstaltung zu einem Höhepunkt im Veranstaltungskalender und völlig zu Recht waren am Ende die Ausbilderinnen mit auf der Bühne: Maike Aschenbach, Sylvia Franc-Kotsch, Julia Aechtner, Ute Groß, Ruth Henkel und Susanne Fricke freuten sich mit ihren Auszubildenden über diesen Erfolg, der sicher einige von ihnen noch in die weite Welt der Mode führen wird. (pm/Foto: pm)

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