28. Mai 2019, 21:51 Uhr

Grillanzünder auf Auto gekippt

28. Mai 2019, 21:51 Uhr

Dieser Familienstreit wurde mit Grillanzünderflüssigkeit und Feuerzeug ausgetragen, zumindest aus Sicht des Alsfelder Schöffengerichts. Die Richter verurteilten einen 58-Jährigen zu sechs Monaten Bewährungsstrafe, weil der deutsche Staatsbürger das Auto seines Bruders mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen hat, auf den Bruder mit einem Brotmesser losging und Hausfriedensbruch begangen hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte wurde im Rollstuhl in den Saal geschoben. Er war vor einigen Wochen gestürzt, nun sind die Beine soweit gelähmt, dass es Monate dauern wird, bis er zumindest mit einem Rollator gehen kann. Deshalb gab es keine Bewährungsauflage, weil er kein Geld hat und nicht arbeiten kann.

Angeklagt war der 58-Jährige aus Mücke für zwei Brandanschläge, die er Ende 2017 begangen haben soll. Kurz nach 21 Uhr soll er den Audi seines jüngeren Bruders mit Grillanzünder übergossen haben. Als ihn der Bruder ansprach, habe er ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge gezückt. Etwa zwei Stunden später habe er noch versucht, ein anderes Fahrzeug auf dem Hof anzuzünden.

Der 58-Jährige sagte, er wollte seinen Bruder aus der Reserve locken. Denn der habe ihm Wochen zuvor zwei Zähne ausgeschlagen. Deshalb habe er so getan, als zünde er den Reifen des Autos an. »Ich wollte, dass er mich noch mal schlägt, damit ich ihn vor Gericht wegen Körperverletzung bringen kann«. Hintergrund ist wohl, dass der jüngere Bruder das Elternhaus übernommen hat, der 58-Jährige ging nach eigener Aussage leer aus. Die Mutter erteilte Hausverbot.

Die Brandstiftung gegen 23 Uhr stimme so nicht, er würde nie sein Elternhaus anzünden. Eine Nachbarin hat allerdings gesehen, wie einige Male Flammenschein an der Scheune zu sehen war und hat den Angeklagten gesehen. Das Verfahren wurde eingestellt, weil der 58-Jährige freiwillig von der Tat zurückgetreten ist. Der 45 Jahre alte Bruder erinnerte sich an eine brennbare Flüssigkeit auf seinem Auto und die Bedrohung. Das bestätigten zwei Freunde. Die Flüssigkeit wurde nicht gesichert, weil das Auto gewaschen wurde.

Der Staatsanwalt forderte sieben Monate Bewährungsstrafe, die versuchte Brandstiftung, Bedrohung und Hausfriedensbruch seien belegt. Mildernd sei der Alkoholpegel von 2,1 Promille gewesen. Der Verteidiger war nicht überzeugt, dass eine brennbare Flüssigkeit auf dem Auto war. Es fehle der Beweis. Im Urteil gingen die drei Richter von versuchter Brandstiftung, Bedrohung und Hausfriedensbruch aus. Es gebe kein Motiv für falsche Zeugenaussagen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Audi
  • Bewährungsstrafen
  • Brotmesser
  • Familienstreits
  • Hausfriedensbruch
  • Rechtskraft
  • Staatsbürger
  • Vogelsberg
  • Alsfeld
  • Joachim Legatis
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.