10. Juli 2019, 21:47 Uhr

Schutzgemeinschaft plant neue Demo

10. Juli 2019, 21:47 Uhr

Der Klimawandel kann einer Studie zufolge durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung. Bäume zu pflanzen hat das Potenzial, zwei Drittel der von Menschen gemachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. »Die Studie belegt ganz klar die enorme Bedeutung eines gesunden Waldes für den Klimaschutz«, sagt der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Gleental, Christoph Schulze-Gockel. Insofern sei es begrüßenswert, dass Bundesagrarministerin Klöckner ein Programm zur Aufforstung von Millionen Bäumen in Deutschland angekündigt hat.

Genauso wichtig sei es aber, vorhandene, intakte Wälder und Naturräume zu erhalten und deren Funktion als Ökosystem und CO2-Speicher zu schützen. In diesem Zusammenhang lehnt die Schutzgemeinschaft Gleental die geplante Verlängerung der Autobahn 49 bei Stadtallendorf ab. Dafür sollen 110 Hektar Wald im Herrenwald und Dannenröder Forst gerodet werden, die einen Naturraum für seltene und bedrohte Tiere wie Haselmaus, Kammmolch und Schwarzstorch darstellen. Die schon seit Jahrzehnten biodynamisch bewirtschafteten Wiesen des Gleentals sind zudem ein einzigartiger Lebensraum für Bienen und andere Insekten. »Die geplanten Rodungen im Herrenwald und Dannenröder Forst zerstören unwiederbringlich ein in sich geschlossenes und gesundes Ökosystem«, so der dringende Hinweis der Schutzgemeinschaft.

Die Schutzgemeinschaft appelliert an die Beteiligten, über eine alternative Trasse nachzudenken. Dabei seien neben dem Autobahnausbau alternative Verkehrskonzepte wie Förderung des Bahnverkehrs und die Verlagerung von Transporten auf die Schiene denkbar. So könne der Lkw-Verkehr reduziert werden. Schulze-Gockel: »Herrenwald und Dannenröder Forst sind ein einzigartiges Ökosystem und wichtiger CO2-Speicher in Hessen. Auch drohen unabsehbare Gefahren für das Wasserschutzgebiet Gleental, das die Menschen bis Frankfurt mit Trinkwasser versorgt.« Hier gelte es nachzudenken und die geplante Rodung des Waldes zu stoppen. Er weist in dem Zusammenhang auf die nächste Demonstration der Schutzgemeinschaft gegen die Verlängerung der A49 am 23. August um 14 Uhr in Lehrbach hin und lädt dazu alle Interessierten ein.

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