20. Juli 2019, 13:20 Uhr

Kultur

Eva Huck dichtet in Wettsaasen am rauschenden Bach

Gedichte schreiben? Vielleicht früher fürs Poesiealbum oder mal was für die Familienfeier dichten. Aber so richtige Lyrik verfassen? Eva Huck aus Wettsaasen traut sich das.
20. Juli 2019, 13:20 Uhr

Idyllisch plätschert die Ohm hinter dem hübschen Fachwerkhaus. Im großen Garten ranken sich Hecken und Wildrosen um Sitzecken, zwei vierbeinige Mitbewohner drehen ihre Runden. Mittendrin Eva Huck, die vor fünf Jahren mit ihrem Mann und zwei Kindern das kleine Paradies bezogen hat. »Wir wollten mit den Kindern aufs Land.« Als sie auf einer Internetplattform die alte Mühle von Wettsaasen entdeckten, waren sie gleich begeistert.« Zumal die Kinder »im Prinzip Tag und Nacht draußen spielen konnten.« Heute sind die beiden 12 und 13 Jahre alt - und ihre Mutter frönt zwischendurch ihrer Leidenschaft fürs Gedichte schreiben. Lesungen führen Eva Huck immer wieder einmal in große Städte, »aber ich bin froh, wenn ich wieder meine Blumenwiese vor der Tür habe.«

Die alte Mühle ist vielen Menschen im Dorf bekannt, die Bauern lieferten dort früher ihr Korn ab oder nutzten viele Jahre den Weg durch den heutigen Garten, um über die Brücke zu ihren Feldern oder Tieren zu gelangen.

Vor etwa 25 Jahren hat Huck mit dem Gedichte schreiben angefangen, ohne am Anfang überhaupt eine Ahnung davon zu haben, gesteht sie. »Mit dem Versmaß kannte ich mich nicht aus.« Die 50-Jährige wurde in Bad Orb geboren und wuchs in Schlierbach auf. Lyrik fand sie nach eigener Aussage »schon immer toll.« In drei bis vier Sätze könne man so viel hineinpacken.

Dabei deutete zunächst einmal nichts auf die lyrische Begabung hin. Die Eltern hatten ein Beerdigungsinstitut, sie selbst lernte ganze solide den Beruf der Kauffrau. Heute macht sie noch die Buchhaltung für die Firma ihres Mannes. In der Freizeit dichtet Eva Huck: »Andere machen Sudoku.«

Huck hat nach eigenen Worten einen Hang zum Melancholischen, aber auch die romantische Ader liegt ihr nicht fern. Liebe, Familie, Wunsch nach Zugehörigkeit sind wichtige Themen, doch bleiben die »großen« gesellschaftlichen und politischen Bereiche nicht außen vor. Ganz im Gegenteil. Klimawandel, Flüchtlingskrise, die zunehmende Macht der Populisten, all das verarbeitet sie in ihren Texten. In kurzen Sätzen etwas transportieren, das Tiefe und Bedeutung hat, das liebt sie an der Lyrik.

Die Einfälle kommen so nebenbei, es sind Gedanken, die sie in eine lyrische Form gießt, oder politische Ereignisse, die sie bewegen und auf die sie sich ihren eigenen Reim macht. »Sich einmischen bei den Themen der Zeit« ist ihr wichtig. Nur Liebesgedichte zu verfassen wäre ihr zu langweilig. Und für Romane ist zu sie ungeduldig, »das dauert mir zu lang.« Dafür fehle ihr im Alltag schlichtweg die Zeit.

Veröffentlicht hat sie bisher ausschließlich im Internet in verschiedenen Lyrikforen mit sehr gutem Erfolg. Durch diese Veröffentlichungen entstanden im Laufe der Jahre Freundschaften zu vielen anderen Autoren in ganz Deutschland.

Nun hat der Engelsdörfer Verlag in Leipzig ihren ersten Gedichtband »Ein fremdes Wunderland« veröffentlicht. Des weiteren haben einige Buchhandlungen sie in ihr Sortiment vor Ort aufgenommen.

Durch diese Kontakte erhielt sie Einladungen zu Lesungen bis in deutschsprachige Ausland und unter anderem auch in die Hermann-Hesse Stadt Calw. Kürzlich hatte sie mit zwei Kollegen ihre erste Lesung organisiert. Das war eine ganze neue Erfahrung, die sie genossen hat. Weitere Lesungen auch in der Nähe sollen folgen.

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